Der Eignungstest ist eine Methode, die Eignung der Studienbewerber für das entsprechende Fach zu überprüfen und eine Auswahl zu treffen, weshalb der Eignungstest häufig auch Auswahltest genannt wird. Während Kunst-, Musik- und Sporthochschulen seit jeher auf den Eignungstest setzen, um ihre künftigen Studenten auszuwählen, galt für die die anderen Hochschulen bisher meist ein standardisiertes Auswahlverfahren.
Sinn von Auswahlverfahren
Grundsätzlich hat jeder Schulabgänger mit der allgemeinen Hochschulreife das Recht auf Zugang zu den Hochschulen. Oft übersteigt die Nachfrage aber die Zahl der Plätze bei weitem. Dies gilt in Jahren, in denen besonders viele Abiturienten die Schule verlassen, aber auch für besonders beliebte Hochschulstandorte, Universitäten mit einem besonders guten Ruf und gefragte Studiengänge. Wer im Auswahlverfahren der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) die Kriterien erfüllt, oder bei einer direkten Bewerbung an einer Hochschule die Zulassungsbeschränkung Numerus Clausus seines Wunschfaches erfüllt, wird den gewünschten Studienplatz relativ sicher bekommen. Beide Verfahren dienen dazu, die Zahl der Studienanfänger pro Fach und Semester zu beschränken und im Falle der ZVS, die Bewerber gleichmäßig auf die Hochschulen in allen Bundesländern zu verteilen. Das entscheidende Kriterium des Numerus Clausus ist meist die Abiturnote der Bewerber und die Zahl ihrer Wartesemester.
Eignungstest als Ergänzung
In den letzten Jahren machen die Hochschulen vermehrt Gebrauch von ihrem Recht, einen Teil der Studienanfänger, meist 60 Prozent, selbst auszuwählen. Hierbei kommt häufig auch ein, in der Regel schriftlicher, Eignungstest zum Einsatz. Dieser dient dazu, ernsthafte Interessenten von den Bewerbern zu trennen, die sich nur aus finanziellen oder anderen Gründen einschreiben wollen. Außerdem soll die grundlegende Einigung zum Studium des Faches geprüft werden. Wer sich über sein Wunschfach vorher informiert hat, sollte aber kein Problem haben, so einen Test zu bestehen. Fragen Sie am besten vorher bei der Hochschule nach, ob Sie mit einem Eignungstest rechnen müssen, und was Sie dort ungefähr erwartet.
Talent und Fähigkeiten testen
Musikhochschulen, Kunsthochschulen sowie Sporthochschulen verwenden seit jeher Eignungstests. Ihnen geht es in viel stärkerem Maße darum, die tatsächliche Eignung der Bewerber zu überprüfen. Sporthochschulen testen die körperliche Eignung mit Hilfe medizinischer Untersuchungen und einer Reihe sportlicher Tests, bei denen vorher definierte Leistungen erbracht werden müssen. Musikhochschulen führen Aufnahmeprüfungen durch, in denen die Bewerber ihre Fähigkeiten und Talente unter Beweis stellen. Kunsthochschulen für bildende Kunst und Gestaltung verlangen von den Bewerbern in der Regel die Abgabe einer sogenannten „Mappe“. Diese soll eine möglichst aussagekräftige Auswahl von Arbeitsproben der Bewerber enthalten. Das können je nach Studienfach Skizzen und Entwürfe, Zeichnungen, kleinere Designobjekte oder Fotos sein. Wer darstellende Kunst studieren will, sollte sich auf ein Vorsprechen oder eine Schauspielprobe vorbereiten. Es ist unerlässlich, vorher nachzufragen, welche Kriterien zu erfüllen sind und worauf Sie achten müssen.