Der schwedische Nikotinentwöhnungsexperte Karl Olov Fagerström beschäftigt sich seit 30 Jahren mit Rauchern und ihren Gewohnheiten. Er kommt zu einem deutlichen Urteil: „Rauchen ist eine schwere chronische Erkrankung mit hoher Rückfallgefahr.“ Die Realität ist in der Tat erschreckend: Die Hälfte aller Raucher leidet an Nikotinsucht. Wie stark die Abhängigkeit im Einzelfall wirklich ist, verrät ein von dem Arzt entwickelter Test (FTND= Fagerström Test for Nicotine Dependence), der seit vielen Jahren international anerkannt ist.
Nach der Beantwortung sechs einfacher Fragen kann jeder Raucher seinen persönlichen Suchtfaktor ablesen. Fagerström unterscheidet vier verschiedene Abhängigkeitsstufen:
geringe Abhängigkeit, mittlere Abhängigkeit, starke Abhängigkeit und sehr starke Abhängigkeit. Verschiedene Indikatoren zeigen den Grad der individuellen Abhängigkeit. Die Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten und die Dauer der Gewohnheit sagt einiges über die Intensität der Sucht aus. Andere Anzeichen sind frühmorgendliches Rauchen und mehrfache erfolglose Abstinenzversuche in der Vergangenheit.
Besonders ist der Test auch, weil sich je nach dem Grad der Abhängigkeit auch die Chancen für einen erfolgreichen Entzug ablesen lassen. Eine ehrliche Beantwortung der Fragen ist aber absolut unerlässlich.
Der Fagerström Test
1. Wie schnell nach dem Aufwachen stecken Sie sich eine Zigarette an?
2. Finden Sie es schwierig, nicht zu rauchen, wenn dies an bestimmten Orten verboten ist? (zum Beispiel Kirche, Bibliothek, Kino, Nichtraucherbüro)
3. Auf welche Zigarette würden Sie am wenigsten verzichten wollen?
4. Wie viele Zigaretten rauchen Sie pro Tag?
5. Rauchen Sie morgens in den ersten Stunden nach dem Aufwachen mehr als über den restlichen Tag verteilt?
6. Rauchen Sie, auch wenn Sie sich so krank fühlen, dass Sie im Bett bleiben?
Auswertung
0 bis 2 Punkte: keine bzw. sehr geringe Abhängigkeit
3 bis 4 Punkte: geringe Abhängigkeit
5 Punkte: mittlere Abhängigkeit
6 bis 7 Punkte: starke Abhängigkeit
8 bis 10 Punkte: sehr starke Abhängigkeit
Quelle: Fagerström & Schneider 1989, Fagerström et al. 1991