In den folgenden Zeilen haben wir einige Ratschläge und Anregungen zusammengefasst, um passende Hilfe für Angehörige zu leisten. Erfahren Sie, was es heißt, mit dem nun in der Vergangenheit liegenden Herzinfarkt umzugehen.
Ein Herzinfarkt ist nicht nur für den Betroffenen selbst ein einschneidendes Ereignis, sondern auch für dessen Angehörige. Nach einem Infarkt kann sich im Familienleben daher sehr viel ändern. Da der Patient körperlich nicht mehr so belastbar ist wie früher und auch psychisch unter dem Infarkt leidet, muss die Familie ihm im Alltag unter die Arme greifen. Etwa 80 Prozent aller Herzinfarktpatienten erlangen fast wieder ihr früheres Leistungsniveau, die Angst aber, einen erneuten Infarkt zu erleiden, vor einem Kreislaufzusammenbruch oder davor schwer zu stürzen, begleitet die meisten Betroffenen jeden Tag. Gerade deshalb ist es von Bedeutung, dass eine Vertrauensperson aus der Familie oder dem Freundeskreis in der Nähe ist, um ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln und auch in Gesprächen helfen zu können. Wichtig ist allerdings, den Herzpatienten nicht zu sehr zu bevormunden und ihm damit seine Selbstständigkeit zu nehmen. Er muss gefordert werden, alte Bewegungsabläufe wieder zu lernen und zunehmend die alltäglichen Dinge selbst zu erledigen, damit er bald nicht mehr auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Selbstzweifel werden zudem nur geschürt, wenn dem Betroffenen fälschlicherweise das Gefühl, nichts mehr selbst tun zu können und mehr oder weniger nutzlos zu sein, vermittelt wird.
Die Familie kann bei der Organisation des Alltags helfen
Die Familie kann auch dabei helfen, die täglich notwendigen Medikamente einzuteilen und deren regelmäßige Einnahme zu kontrollieren. Um die Sorgen und Ängste des Betroffenen besser verstehen und nachvollziehen zu können, sollten die Familienangehörigen sich über diese Erkrankung informieren und über die Abläufe bei einem Infarkt Bescheid wissen. In einem Erste-Hilfe-Kurs können die Angehörigen zudem lebensrettende Maßnahmen wie die Herzmassage für den Notfall erlernen. Die Tatsache, dass sofort jemand Hilfestellung leisten kann, ist für den Patienten und auch für die Familie ein beruhigendes Gefühl. Auch bei der Einhaltung einer bestimmten Ernährung oder einer Diät kann die Familie behilflich sein, indem der Ernährungsplan für alle umgestellt wird. Hierbei ist für den Patienten eine salzarme Ernährung, auf mehrere kleine Portionen verteilt, von Vorteil. Auch sollte in dem Haushalt nicht mehr geraucht werden, um den Herzkranken eventuell beim Einstellen seines Nikotinkonsums zu unterstützen.
Reisen erfordern besondere Rücksichtnahme
Wenn es um Ausflüge oder Familienurlaub geht, muss besondere Rücksicht auf den Patienten genommen werden, da dieser nicht mehr für alle Aktivitäten genügend Kraft hat. Langstreckenflüge können für ihn auch eine größere Belastung darstellen, weshalb der passende Urlaub vorher genau geplant werden muss. Generell wird von Flugreisen in den ersten sechs Monaten nach dem Infarkt abgeraten. Große Höhen- und Temperaturdifferenzen sollten auf jeden Fall vermieden werden. So kommt auch eine Reise ins Gebirge oder in die Tropen für einen Herzpatienten nicht in Frage.