Der Koalabär: bedrohte Tierart Australiens

Der Koalabär ist einer der bekanntesten Bewohner Australiens, der viel Schlaf, Geselligkeit und nur eine einzige Futterquelle benötigt.


Neben dem Känguru ist der Koalabär eines der bekanntesten Symbole Australiens. In keinem anderen Land – und erstaunlicherweise auch nicht im Westen Australiens oder im Bundesstaat Tasmanien – ist die vorm Aussterben bedrohte Tierart zu Hause. Lediglich entlang der australischen Ostküste und im Hinterland finden Koalas genügend Futterbäume, die sie zum Überleben benötigen. Aufgrund ihres Fells wurden Koalabären in der Vergangenheit oft gejagt, sodass sie in vielen Gebieten völlig verschwanden. Mittlerweile soll sich die Population, die nach neuestem Stand zwischen 45.000 und 80.000 Tieren liegt, in speziellen Reservaten erholen.

Wichtige Merkmale
In seinem Aussehen hat der Koala deutliche Ähnlichkeit zu seinem nächsten Verwandten dem Wombat, einem Beutelsäuger, der ebenfalls in Australien beheimatet ist. Der Koalabär besitzt jedoch ein dichteres Fell, größere Ohren und längere Gliedmaßen. Seine langen, scharfen Krallen, die sich in jede Baumrinde bohren können, ermöglichen ihm eine rutschsichere Futtersuche und das stundenlange Ausharren an ein und derselben Stelle. Eine Besonderheit ist, dass der Koala einen individuellen Fingerabdruck besitzt, der sich von einem menschlichen kaum unterscheidet. Ein ausgewachsenes Tier kann bis zu 85 Zentimeter groß werden, während das Gewicht zwischen 5 und 14 Kilogramm schwankt. Da Koalas nachtaktive Tiere sind, ist ihr Seevermögen relativ eingeschränkt, jedoch sind sie mit einem guten Hörvermögen und einem sehr guten Geruchssinn ausgestattet. Dieser Geruchssinn ist ihr wichtigstes Werkzeug, da sie bei der Nahrungsaufnahme Eukalyptusblätter mit zu hohem Toxingehalt aussondern müssen. Die Pflanzenfresser haben ein langsames Verdauungssystem und ernähren sich fast ausschließlich von Eukalyptusblättern. Die Abhängigkeit von einer einzigen und immer seltener werdenden Futterquelle erschwert den Überlebenskampf der Tiere erheblich.

Das Leben in der Gruppe
Aufgrund seines sehr langsam arbeitenden Verdauungsapparats, bewegt sich der Koalabär äußerst langsam und schläft durchschnittlich bis zu 19 Stunden am Tag. Die restlichen fünf Stunden verbringt das Tier mit der Nahrungssuche und dem anschließenden Verzehr der Blätter. Koalas sind sehr gesellige Lebewesen und bauen innerhalb einer Gruppe langfristige Beziehungen zueinander auf. Dabei wird das zu bewohnende Territorium genau festgelegt und untereinander aufgeteilt. Jedes Tier bewohnt normalerweise seinen eigenen Baum, den es mithilfe seiner Duftdrüsen markiert. Wird das Gebiet von einem anderen Koala betreten, so bleibt das Verhältnis meist harmonisch und nur in den seltensten Fällen kommt es zum Eklat. Ein Koalabär kommuniziert einen großen Teil seiner wachen Stunden mit seinen Artgenossen. Mütter tauschen mit ihren Jungen leise Klickgeräusche aus, während Männchen auch durchdringende Belllaute von sich geben können.