Der Myers Briggs- Test

Wer mehr über sich und andere herausfinden will, kann durch den Myers Briggs- Test, auch Myers-Briggs- Typenindikator genannt, Einsichten gewinnen.


Der Myers-Briggs-Typenindikator gilt als ein hilfreiches Instrument zur Persönlichkeitsanalyse. Der ausführliche Myers Briggs-Test hilft Muster im Verhalten aufzudecken. Daher wird er auch recht häufig eingesetzt, allein in den USA lassen sich jährlich 3,5 Millionen Menschen testen. Der Fragebogen basiert auf den „Psychologischen Typen“, die von Carl Gustav Jung 1921 aufgestellt wurden.

Sinnvoll für das Privat- und Berufsleben
Der Test kann sowohl für das Privat- als auch das Berufsleben sinnvoll sein, zum einen lernt man sich selbst besser kennen, gleichzeitig lernt man aber auch seine Mitmenschen besser einzuschätzen. So hilft der Fragebogen auch dabei, Toleranz für andere zu entwickeln: Auf der einen Seite beschäftigt man sich mit seinen eigenen Denkmustern, lernt aber gleichzeitig andere Herangehensweisen zu verstehen und einzuschätzen. Der Test kann also helfen, Signale seiner Mitmenschen besser zu erkennen.

Voraussetzungen
Der Test geht von einigen Vorannahmen aus. Laut Kathrine Myers und ihrer Tochter Isabel Briggs Myers gibt es Muster im menschlichen Verhalten. Deshalb ist dieses auch zumindest teilweise vorhersehbar. Auch wird davon ausgegangen, dass es unterschiedliche Typen bezüglich der Informationsaufnahme sowie im Entscheidungen fällen gibt. Jeder Mensch hat also unterschiedliche Neigungen. Der Typenindikator beschreibt die Menschen nach vier Grundpräferenzen, die je nach Typus variieren:

  • Energie aufnehmen: Extraversion bis Introversion
  • Wirklichkeit wahrnehmen: Sensing bis Intuition
  • Entscheidungen treffen: Thinking bis Feeling
  • Lebensstil: Judging bis Perceiving

Es werden vier Grundtypen unterschieden:
ST (Personen, die sinnlich wahrnehmen und analytisch bewerten)
SF( Personen, die sinnlich wahrnehmen und gefühlsmnäßig bewerten)
NF (Personen, die intuitiv wahrnehmen und gefühlsmäßig bewerten)
NT (Personen, die intuitiv wahrnehmen und analytisch bewerten)

Generell gibt es aber verschiedene Mischtypen, man unterscheidet 16 Grundmuster.

Wenig objektiv und nie kostenlos
Bei dem Myers-Briggs-Typenindikator kreuzt man die Eigenschaften an, die man an sich selbst wahrnimmt. Dadurch ist der Test wenig objektiv, im Grunde wird man in seiner eigenen Meinung bestätigt. Außerdem erfolgt die Beurteilung der Typen nur anhand des ausgefüllten Testbogens, was womöglich für unsichere Ergebnisse sorgen kann.
Auf negative Eigenschaften wird im Test verzichtet, dadurch sind die Entwicklerinnen recht weit entfernt von Jungs „Psychologischen Typen“, die an Jung angelehnten Kategorien sind quasi nur eindimensional übertragen. Erschwerend kommt hinzu, dass die beiden Entwicklerinnen des Testes keine ausgebildeten Psychologen waren – sie standen bei der Entwicklung nicht einmal mit Psychologen in Kontakt. Der Test wird allerdings seit den sechziger Jahren auch im akademischen Bereich genutzt.
Ebenfalls kritisch zu sehen ist, dass es den Original-Test nie kostenlos gibt, selbst kostenloses Material über den Myers Briggs-Test gibt es kaum.