Der Noriker- eine Rassebeschreibung

Der vielseitig einsetzbare Noriker ist ein beliebtes Freizeitpferd. Mittlerweile findet der barocke Salzburger auch wieder Verbreitung als Sportpferd, ebenso wie als Arbeitspferd.


Sein Hauptverbreitungs- gebiet findet der Noriker heutzutage in Österreich und Bayern. Er wird als Freizeitkumpel sehr geschätzt, doch erlebt er derzeit auch wieder eine Renaissance als Arbeitspferd, als welches er schon in seiner Ursprungsgegend, den Alpen Österreichs und Deutschlands, eingesetzt wurde. Hauptsächlich als Reit- und Kutschpferd eingesetzt, steigert das Kaltblut durch sein gewinnendes Wesen auch seine Verbreitung als Sportpferd.

Zur Geschichte des „Sanften Riesen“
Die Ursprünge des kompakten, trittsicheren, kräftigen und ausdauernden Kaltbluts liegen nicht, wie seit Ende des 19. Jahrhunderts oft fälschlicherweise angenommen, in römischen Legionärspferden. Das einzig römische an dem Pferd lässt sich wohl in seinem Namen finden, denn „Noriker“ leitet sich von der römischen Provinz „Noricum“ ab. Die Pferde wurden bereits zwischen 800 und 300 vor Christus von den Kelten gezüchtet, wie Ausgrabungen in den Alpen zu Tage förderten. Im Mittelalter wurde der Noriker dann als Saumpferd eingesetzt und sicherten den Warenverkehr zwischen den italienischen Seehäfen und Städten wie Salzburg und München, die jenseits der Alpen lagen. 1565 wurde schließlich das erzbischöfliche Gestüt Rief in Salzburg gegründet. Zum Zwecke der Veredelung wurden ab diesem Zeitpunkt neapolitanische und spanische Hengste eingekreuzt, welche bis 1806 ihren Einfluss auf diese Rasse ausübten. Dieser Einfluss ist vor allem in den Ramsköpfen, den geschwungenen Oberlinien und dem dichten Langhaar der Rappen und Mohrenköpfe zu sehen. Doch selbst die Tigerzeichnung hat sich durch den Einfluss der spanischen und neapolitanischen Pferde bis heute gehalten, ganz im Gegensatz zu den übrigen europäischen Pferderassen. Nach aktuellen EU-Bestimmungen gilt Salzburg, womit eine historische Tatsache auch rechtlich belegt wurde, als Hauptzuchtgebiet und darf das Ursprungszuchtbuch führen, welches nun schon seit 1903 zur Reinzucht dieser Rasse beiträgt.

Aussehen und Wesen
Der Noriker besitzt einen gut bemuskelten und kompakten Körper mit kräftigem Fundament. Sein Körper ist eher lang und rechteckig aufgebaut, was seiner Schönheit bei einer Widerristhöhe zwischen 155 bis 165 Zentimetern aber nicht im geringsten einen Abbruch tut. Das Kaltblut ist für seinen ausgeglichenen, ruhigen und doch ausreichend temperamentvollen Charakter bekannt. Seine Gutmütigkeit und sein Sinn für eigenständiges Arbeiten, verbunden mit angenehmen, guten Grundgangarten, verschaffen ihm immer größere Beliebtheit. Der Noriker ist in nahezu allen Farben zu bewundern. Am häufigsten sind Rappen, Braune und Füchse in den verschiedensten Schattierungen vertreten. Doch beinahe ebenso häufig sind Mohrenköpfe, Platt- und Tigerschecken anzutreffen. Einen besonderen, aber leider seltenen Blickfang, bieten die Weißgeborenen, welche aus der Verpaarung von getigerten Pferden zustande kommen können. Das Idealgewicht eines Norikerhengstes liegt bei etwa 800 Kilogramm.