Sauer macht lustig: Schon so mancher hat freiwillig in eine Zitrone gebissen, nur, um sich endlich selbst ein Bild von dem natürlichen Stimmungsaufheller zu machen. So abwegig ist die Idee mit Grapefruit und Co. nicht, denn die darin enthaltenen Substanzen machen tatsächlich froh. Und zwar heben sie nicht nur die Laune sondern sorgen auch dafür, dass der sogenannte Säure-Basen-Haushalt im Lot bleibt. Darunter versteht man das Bestreben des Körpers, die Balance zwischen Säuren und Basen im Organismus aufrechtzuerhalten.
Der pH-Wert
Der pH-Wert ist eine Messgröße, die es erlaubt, das Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen bestimmbar zu machen. Die Skala reicht von 1, 0 bis 14, der ideale Wert liegt genau in der Mitte, bei 7. Jedoch schwanken die pH-Werte im Körper sehr stark. Während er im Blut zwischen 7,38 und 7,42 liegt, konnte man etwa im Darm einen Wert von 8 und im Magensaft Werte zwischen 1,2 und 3 nachweisen. Je nach Anforderungen an das jeweilige Organ oder Gewebe, stellt der Körper ideale Bedingungen her.
Da der menschliche Körper bis zu 70 Prozent aus Wasser besteht, findet auch ein Großteil der Stoffwechselprozesse in wässriger Umgebung statt. Wie stark eine Säure tatsächlich ist, hängt davon ab, wieviele Wasserstoffionen sie in die verschiedenen Flüssigkeiten des Körpers abgibt. Der pH-Wert bestimmt also, in welcher Konzentration diese Ionen in Urin, Blut oder Speichel vorhanden sind.
Säure-Basen-Haushalt: Faktoren
Die Menge der im Körper vorhandenen Säuren und Basen hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Die Auswahl der Ernährung ist hierbei zwar ein wichtiger Aspekt, aber nicht der alleinige Verantwortliche. So können Krankheiten die Säuremenge im Körper ansteigen lassen, auch die Tätigkeiten von Nieren und Darm beeinflussen den Säure-Basen-Haushalt. Die Ein- und Ausatmung sowie die Prozesse des Stoffwechsels sind ebenfalls wichtig.
Regulationsmechanismen
Im Körper gibt es verschiedene Systeme, die dafür verantwortlich sind, das Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen zu erhalten und somit den pH-Wert konstant zu halten. Das sind im Wesentlichen die diversen Ausscheidungsorgane, aber auch bestimmte Gewebe und das Blut. Im Blut findet man vier verschiedene Puffer (Bicarbonat-Puffer, Proteinat-Puffer, Phosphat-Puffer, Hämoglobin-Puffer), die dafür verantwortlich sind, dass saure Stoffwechselabfälle zu den verschiedenen Ausscheidungsorganen gelangen. Diese Säuren werden beispielsweise über den Harn abtransportiert. Hierfür transportiert sie ein Puffer über das Blut an die Nieren. Ein anderer Weg, unerwünschte Säuren loszuwerden, ist das Ausatmen. Über die Lunge wird Kohlensäure als Kohlendioxid abgeatmet. Auch das Bindegewebe dient als – kurzfristiger – Speicher für Säuren.