Der SBF See - was beinhaltet die Ausbildung zum Sportbootführerschein See?

Die Ausbildung zum Sportbootführerschein See, kurz SBF See, kann in einer Boots-Schule oder in Eigenleistung absolviert werden.


Der SBF See wird benötigt, um die deutschen Seeschifffahrtsstraßen mit einem Boot befahren zu dürfen, das eine Motorleistung von mehr als 5 PS hat. Er ist der einzige, zwingend vorgeschriebene Nachweis zur Befähigung, sich mit einem Sportboot auf deutschen Gewässern bewegen zu können. Sein Gegenstück für deutsche Flüsse und Seen ist der SBF Binnen.

Die Praxisausbildung für den SBF See
Die praktische Ausbildung besteht der Vorschrift nach lediglich aus einer Fahrstunde, in der verschieden Manöver trainiert werden. Im Regelfall ist das Boot der Fahrschule auch das Prüfungsboot. Der Fahrlehrer hat also mit dem Boot zum Prüfungsort zu kommen. Zu den Manövern kommen acht Seemannsknoten hinzu, die ebenfalls bei der Prüfung verlangt werden. Das Üben der Knoten kann gut Zuhause erfolgen. Wichtig ist, dass das Lernmaterial entsprechend gut bebildert ist oder die Abfolge der Knoten in einer Schule einprägsam demonstriert wird. Für den SBF See sind die wichtigsten Fahrmanöver zu lernen, die man teilweise immer braucht und teilweise hoffentlich niemals. Das An- und Ablegen im Zusammenhang mit dem sogenannten Eindampfen ist notwendig, damit man ohne Beschädigungen zu verursachen, die Anlegestelle verlassen kann. Dies ist deshalb so wichtig, weil Boote unterschiedlichen Antriebsarten haben, die wiederum das Fahrverhalten massiv beeinflussen. Das danach wichtigste Manöver ist das Mann-über-Bord-Manöver. Hierbei lernt man, wie ein über Bord gegangener Mensch wieder an Bord geholt werden kann, ohne ihn mit dem Boot zu verletzen oder gar zu töten. Fahrten auf Sicht oder mit Kompass-Peilung und das Anlegen einer Rettungsweste sind ebenfalls der Teil der Ausbildung zum SBF See.

Die Theorie für den SBF See
Der theoretische Ausbildungsteil des SBF See umfasst das Thema Sicherheit, Seemannschaft, Navigation, Schall- und Sichtsignale sowie den Umgang mit Seekarten. Es wird an mehreren Stellen zum Ausdruck gebracht, dass die Sicherheit an Bord sowie die Verantwortung für Boot, Mitfahrende und andere Verkehrsteilnehmer oberste Maxime ist. Auch der Umweltschutz spielt beim Umgang mit dem Boot eine Rolle. Die Theorie besteht vorrangig aus Stoff, der einfach auswendig gelernt werden muss. Welche Schallsignale Schiffe abgeben, welche Bedeutung die Lichter von Leuchttürmen und Verkehrsbojen haben oder wie in und außerhalb von Fahrwassern untereinander auf See auszuweichen ist, muss man wissen. Formeln für die Kursberechnung erschließen sich dem Lernenden am besten durch die praktische Arbeit mit dem Navigationsbesteck, das meist selbst zu erwerben ist, und mit Übungskarten. Kenntnisse zu wichtigen Wetterlagen und deren Einflüsse auf das Meer werden für den SBF See gelernt, um später erkennen zu können, wann man besser einen sicheren Hafen anläuft oder erst gar nicht rausfahren sollte. Denn die Verantwortung für Mann und Boot hat nicht der Bootsbesitzer, sondern immer der Bootsführer.