Der tägliche Wasserbedarf liegt bei 2,5 Liter

Der tägliche Wasserbedarf spielt eine große Rolle für unsere Gesundheit. Ausreichende Wasserzufuhr kann Ihnen beim Abnehmen helfen


Wasser. Es ist das Lebenselixier, der Schlankbrunnen, der Faltenkiller, schlicht: der Saft des Lebens. Seit Jahren weisen sowohl die Kosmetikindustrie als auch die Ernährungswissenschaft darauf hin, dass man möglichst viel trinken soll. Wenn die Haut gut durchfeuchtet ist, neigt sie weniger zur Fältchenbildung, die innere Wasserversorgung soll ebenfalls Anti- Aging-Wirkung haben. Auch zum mühelosen Abnehmen ist das kühle Nass angeblich wunderbar geeignet- vorausgesetzt man konsumiert bis zu drei Liter täglich. Der Ursprung dieses Mythos’ könnte eine Empfehlung des „National Research Council“ aus dem Jahre 1945 sein. In dem Artikel sprechen sich Experten für einen Tagesbedarf von 2,5 Litern oder dem Äquivalent von acht Gläsern aus. Dieser Ratschlag ist noch heute, selbst in Zeiten florierender Diät- und Ernährungsberatungen, äußerst umstritten.

Wichtiges (Über-) Lebensmedium
Bereits im Biologieunterricht der ersten Klasse lernen die Schüler, dass der menschliche Organismus zu 75 Prozent aus Wasser besteht. Zwei Drittel dieser Menge findet sich in den Körperzellen, der Rest in den Zwischenräumen und dem Blut. Wasser ist das Medium, das alle wichtigen körpereigenen Prozesse überhaupt erst ermöglicht. So stellt es die Lösung zur Verfügung, in der die zerkaute Nahrung aufgeweicht und später verdaut wird. Auch die Regulierung der Körpertemperatur durch Schwitzen wird durch H2O realisierbar. Kurzum: Wasser ist das Lebenselixier, es garantiert den ordnungsgemäßen und fehlerfreien Ablauf aller körpereigenen Prozesse. Während der Mensch in der Lage ist, ganze drei Wochen ohne feste Nahrung auszukommen, ist bereits nach drei Tagen ohne Flüssigkeitsaufnahme das Überleben nicht mehr sichergestellt. Verminderte Wasseraufnahme macht sich augenblicklich bemerkbar. Bereits ein geringer Verlust von zwei Prozent äußert sich in reduzierter Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit.

Wasserbedarf an Umstände anpassen
Der durchschnittliche Wasserverlust des Menschen- bedingt durch tägliche Ausscheidungen, Atmen und Schwitzen- liegt bei etwa 1.200 Milliliter. (500ml Urin, 700ml atmen und schwitzen) Dieser Mittelwert kann aber nach oben und unten abweichen, denn er ist auch immer von den äußeren Bedingungen und der individuellen Konstitution des Einzelnen abhängig. So spielen das Alter, die körperliche Aktivität, der Allgemeinzustand und nicht zuletzt die Klimabedingungen eine wichtige Rolle in der Berechnung des persönlichen Tagesbedarfs. Bei körperlicher Aktivität, extremen Außentemperaturen oder hoher psychischer Belastung sollte der Wasserkonsum also dementsprechend gesteigert werden.

Unterversorgung praktisch ausgeschlossen
Eine Mangelversorgung ist praktisch so gut wie ausgeschlossen, denn der Mensch verfügt über ein gut funktionierendes Warnsystem: Wenn der Wasserstand in den Zellen niedrige Werte erreicht hat, meldet sich das Durstgefühl und signalisiert, dass Flüssigkeit zugeführt werden muss. Auch das Verspüren von Hunger kann ein Anzeichen für eine Unterversorgung sein. Da die beiden Areale für Hunger und Durst im Gehirn sehr eng beieinander liegen, werden diese beiden Empfindungen oft verwechselt. Aber selbst, wenn der Bedarf für mehrere Stunden nicht gedeckt wird, besteht kein Anlass zur Sorge. Der Körper zieht sich die Wasserreserven aus dem Gewebe, einschließlich der Haut und dem Gehirn. Das ist auch der Grund, warum sich leichte Dehydrierung in fahler Haut und einem leichten Kopfschmerz äußert. Zusätzlich nimmt der Harndrang ab, da der Organismus den Urin konzentriert, als Folge wird dieser dunkler.

Wasser-Überversorgung kann tödlich enden
Bei einer Überversorgung hingegen, versucht der Körper dieses Zuviel wieder loszuwerden, so nimmt der Harndrang zu, der Urin ist fast klar. Exzessives Wassertrinken kann unter Umständen sogar Konsequenzen für Leib und Leben haben. Für den Organismus lebenswichtige Mineralien und Spurenelemente werden förmlich herausgeschwemmt.
In seltenen Fällen kommt es gar zu einer Wasservergiftung- auch Hyperhydration genannt, ein lebensbedrohliches Elektrolyten-Missverhältnis, das die Zellen anschwellen lässt, und schließlich zum Tod führt. Marathonläufer, die ihren Flüssigkeitsverlust ausschließlich über Wasser decken, sind ebenso gefährdet wie Menschen, die über einen längeren Zeitraum schwere körperliche Arbeit in extremen klimatischen Bedingungen leisten müssen. Bekannt geworden ist der Fall einer amerikanischen Mutter, die in einem Wettbewerb angeblich fast acht Liter Wasser trank, um eine Spielkonsole zu gewinnen. Der Toilettenbesuch war als eine der Spielbedingungen von vornherein ausgeschlossen worden.

Ausreichend Flüssigkeit hilft beim abnehmen
Aber der Konsum von viel Wasser soll nicht nur Dehydrierung vorbeugen, sondern auch beim Abnehmen helfen. Beweise sprechen dafür, dass auch diese Aussage in das Reich der Mythen verweisen werden muss. Natürlich füllt Wasser den Magen, aber nachdem dieses durch den Urin wieder ausgeschieden wurde, nimmt man die gleiche Menge Kalorien zu sich wie ohne vorherige Flüssigkeitsaufnahme. Die amerikanische Ernährungswissenschaftlerin Barbara Rolls empfiehlt, das Wasser in gekochter Form zu sich zu nehmen. Diverse, von ihr durchgeführte Versuche bestätigen, dass Frauen, die ihr Essen in Form von Suppe erhalten haben, weniger Kalorien zu sich genommen haben, als die Vergleichsgruppe, die dieselben Bestandteile in fester Form vorgesetzt bekam. Auch das in Obst und Gemüse enthaltene Wasser eignet sich besser für eine Abmagerungskur, so die Expertin.

Persönliche Vorlieben nicht aufgeben
Dem Vorurteil, dass der Wasserbedarf nur über Wasser oder Flüssigkeit gedeckt werden kann, muss längst widersprochen werden. So wird ein Großteil der benötigten Flüssigkeitsmenge bereits über die feste Nahrung gedeckt. Aber auch, dass der Tagesbedarf nur über Wasser selbst erreicht werden kann, gehört ins Reich der Mythen. Man muss also relativieren, nicht nur Wasser, sondern jegliche Flüssigkeit, egal welche Form die nun letztendlich annimmt, kann dazu dienen, den Flüssigkeitshaushalt zu regulieren. Eine Studie des „Center for Human Nutrition“ (Zentrum für menschliche Ernährung) in Omaha im Jahre 2005 bewies, dass Kaffee, Tee und dergleichen keineswegs dehydrierende, also dem Körper Wasser entziehende, Eigenschaften besitzen. Die Gruppe um die Ernährungswissenschaftlerin Ann Grandjean untersuchte an einer Gruppe von 18 gesunden Erwachsenen, wie sich die Kombination verschiedener Getränke auf den individuellen Flüssigkeitshaushalt auswirkte. Die Forscher kamen zu einem erstaunlichen Ergebnis: So stellt ein Glas Orangensaft, Tee, Kaffee oder auch Cola dieselbe Menge benötigter Flüssigkeit zur Verfügung wie reines Wasser.

Persönlicher Wasserbedarf -  Wie viel Wasser brauche ich täglich?
Den besten Rat, den man geben kann, ist auf seinen Körper zu hören. Wenn man ein Durstgefühl verspürt, sollte man trinken. Auf der anderen Seite sollte man nichts trinken, wenn man nicht das Bedürfnis dazu verspürt. Wenn man mehrmals stündlich urinieren muss, ist das bereits ein Anzeichen für eine Überversorgung.