Der Teppichklopfer: Ende einer langen Tradition

Der Teppichklopfer, ein altbekanntes Gerät zum Ausklopfen von Teppichen im Hof oder im Garten, kommt nach langen Jahren der Tradition allmählich aus der Mode.


Der Teppichklopfer gehörte über Generationen zu einem gut ausgestatteten Haushalt mit dazu. Ausgerüstet mit diesem nützlichen Gerät, ging die Hausfrau oder die Hausangestellte mit den Teppichen in den Hof oder in den Garten, um die Bodenbeläge gründlich auszuklopfen. Zu diesem Zweck wurden die Teppiche über eine Stange gehängt, die man früher in jedem Hinterhof einer Mietsanlage und in so manchem Garten sah. Heute sind diese Stangen weitgehend verschwunden, und der Klopfer ist vom Aussterben bedroht.

Teppichklopfen ist beim Frühjahrs- und Herbstputz aus der Mode gekommen
Zur Zeit unserer Großeltern und noch der Eltern war es ein vertrautes Bild: Eine Frau oder auch ein Mann, angetan mit Schürze oder Kittel, stand im Hinterhof und drosch mit Wucht auf einen Teppich über einer hohen Stange ein, dass die Staubwolken nur so aufwirbelten. Mehrmals im Jahr und vor allem beim Frühjahrs- und Herbstputz wurden die guten Perser und andere Teppiche die Treppen hinunter gewuchtet, damit der Teppichklopfer sie gründlich von allem Schmutz befreien konnte. Der Klopfer war fürs Grobe, während mit dem Staubsauger Krümel des Tages vom Teppich entfernt wurden. Als die Technik der Staubsauger immer ausgeklügelter wurde und Teppichschaum zur Tiefenreinigung in Gebrauch kam, geriet das mühselige und lästige Teppichklopfen allmählich aus der Mode. Auch der Siegeszug des Teppichbodens in den 1970er Jahren trug zum Untergang des Klopfgeräts bei.

Klopfgerät aus Flechtwerk diente auch als häusliches Züchtigungsmittel
Die äußere Erscheinung des Klopfgeräts für Teppiche hat sich über Jahre und Jahrzehnte nicht verändert: Von der Form her einem überdimensionalen Tennisracket gleichend, besteht er in der Regel aus Weidengeflecht, in späteren Jahren auch aus besonders strapazierfähigem Rattan. Hergestellt werden auch kleinere Ausführungen sowie Exemplare aus Kunststoff. Mit dem Aussterben des Klopfers als gebräuchlichem Haushaltsgerät verschwand das Utensil aus vielen Geschäften und Haushalten, ist allerdings noch bei Fachanbietern erhältlich. Berüchtigten Ruhm erwarb sich das Gerät als häusliches Züchtigungsmittel. Kinder vieler Generationen spürten noch als Erwachsene schmerzhafte Schläge auf die Kehrseite und erinnerten sich: Es war der Teppichklopfer.