Der Turmfalke: Steckbrief

Der anpassungsfähige Turmfalke gehört zu den am häufigsten vorkommenden Greifvögeln Mitteleuropas.


Der Turmfalke benötigt Feldgehölze oder Waldränder. Fehlen diese, begnügt sich der Greifvogel mit einem Starkstrommast oder einem erhöhten Gebäude. Er kommt ebenfalls in den Bergen vor, bis zu der Höhe, in der es Wühlmäuse gibt. Wie viele andere Tierarten ist er dem Menschen in die Städte gefolgt, wo er in Kirchen, Schulen und anderen Gebäuden nistet. Die männlichen Turmfalken weisen eine hellgraue Kopffärbung und schwarze Flecken auf ihrer rotbraunen Rückenfärbung auf. Ihre Schwanzfedern und der Hinterrücken sind grau mit einem weißgesäumten schwarzen Streifen am Schwanzende. Die Unterseite der Männchen ist cremefarben, ihre Flügel sind von unten weiß. Die Weibchen sind dunkler und besitzen ein rotbraunes Federkleid. Das Weibchen ist sechsunddreißig Zentimeter groß und hat eine Flügelspannweite von sechsundsiebzig Zentimetern. Das Männchen ist kleiner. Männchen und Weibchen besitzen ein abgerundetes Schwanzende, schwarze Krallen und gelbe Beine.
Der Speiseplan der Turmfalken
Von einer Höhe von etwa 20 bis 30 Metern über dem Boden aus späht der Turmfalke nach seiner Beute und hält sich dabei mit breitgefächertem Schwanz und raschen Flügelschlägen in der Luft. Hat er sie ausgemacht, greift er sie sich im Sturzflug und bricht ihr durch einen Biss in den Nacken das Genick. In den Städten, wo der Greifvogel seine bevorzugte Beute, die aus Mäusen und Wühlmäusen besteht, nicht in ausreichender Menge findet, begnügt er sich mit Käfern, Regenwürmern, den Nestlingen von Tauben, aber auch mit Eidechsen und Singvögeln.
Brutverhalten
Das Weibchen lädt zur Paarung ein, aber den Nistplatz sucht das Männchen aus. Nach der Paarung lockt das Männchen das Weibchen zum Nest, wo er schon ein Beutetier für sie bereitgelegt hat. Die Turmfalken nutzen verwaiste Krähennester und in den Städten vermehrt die bereitgestellten Nistkästen oder Mauernischen. Mitte April legt das Weibchen bis zu sechs Eier, aus denen nach einem Monat die Jungen schlüpfen. Bis zur dritten Woche bleibt das Weibchen beim Nachwuchs und das Männchen übernimmt die Futtersuche. Ab der dritten Woche teilen sich die Eltern diese Arbeit. Nach vier Wochen verlieren die Jungvögel ihre Daunen, erhalten ihr Gefieder und werden flügge. Freilebende Turmfalken können über sechzehn Jahre alt werden, doch viele überleben nicht einmal ihre Jungtierzeit.