Der Vater bei der Geburt

Neben der Mutter und dem spektakulären zweiten Hauptdarsteller, dem Baby, kann die Bedeutung des werdenden Vaters bei der Geburt verblassen. Oftmals wird er zum nutzlosen Assistenten und fast ohnmächtigen Fragesteller. Seine Hilfsangebote wirken mitunter verzweifelt, sodass ihm meist nur die Beobachtungsposition bleibt. Tatsächlich haben Väter aber eine größere Bedeutung, als sie glauben.


Die Rollen sind klar verteilt: da ist zum einen die entzückende Hauptdarstellerin, ihr Gesicht strahlt in freudiger Erwartung, sie befühlt ihren kugelrunden Bauch, sieht in die Videokamera und winkt noch einmal all den Verwandten, die nicht dabei sein konnten. Die zweite Hauptrolle nimmt das Ungeborene ein. Noch friedlich dahindämmernd im Bauch der Mutter, bereitet es sich auf die Welt draußen vor. Man ahnt es schon: auch das Baby wird alle Augen auf sich ziehen.

Die Angst des Vaters

  • Obwohl sich viele Frauen wünschen, dass der Mann bei dem intimen Moment der Geburt dabei ist, haben die werdenden Väter oft ein ambivalentes Verhältnis zu dem Ereignis. Viele wollen nicht zugeben, dass sie Angst haben und doch lieber vor der Tür warten würden. 
  • Trotz diverser Ängste entscheiden sich aber immer mehr Männer dafür, bei der Geburt des Kindes dabei zu sein. Umfragen haben ergeben, dass etwa 90 Prozent derjenigen Männer, die einer Geburt beigewohnt haben, ihre Anwesenheit als nützlich einschätzen. Sie sahen ihren Beitrag vor allem in der emotionalen Unterstützung der Frau und der Erleichterung der körperlichen Anstrengungen. Auch berichteten sie, dass die (eheliche) Beziehung von dem Ereignis profitiert habe. 

Unterstützen statt behindern

  • Die Rolle des Mannes orientiert sich an den Bedürfnissen der Frau. So kann der werdende Vater als Vermittler zwischen seiner gebärenden Partnerin und dem medizinischen Personal fungieren. Große Gefälligkeiten oder verunsichertes Nachfragen sind indes weniger gern gesehen. 
  • Männer sollten insbesondere konkrete Unterstützung und seelischen Beistand geben, wenn die Hebamme gerade nciht da ist. Auf diese Weise fühlt sich die Frau nicht allein gelassen. 

Männer sind verschieden

  • Bei eine Umfrage unter Hebammen hat sich herausgestellt, dass es drei verschiedene Verhaltensmuster der Männer bei einer Geburt gibt. Zum einen der "Trainer", der mit lauten Anfeuerungsrufen seine Partnerin unterstützen will, das Kind soll förmlich aus dem Bauch heraus motiviert werden. Ganz anders der "Ingenieur“, er ist ganz fasziniert von dem medizinischen Instrumentarium.
  • "Dokumentarfilmer" hingegen sind nur noch selten gesehen. Männer, die jede einzelne Geburtssekunde erfassen, protokollieren, für die Nachwelt archivieren wollen. Welcher Typ auch immer, die Regel lautet: Nicht übertreiben und einfach nur da sein.