Der Verlauf der Wechseljahre

Erfahren Sie hier mehr über den Verlauf und die hormonellen Veränderungen im Körper der Frau während der Wechseljahre


Im Verlauf des Klimakterium sinkt allmählich die Hormonproduktion in den Eierstöcken, man kann dies auch als Hormonentzug beschreiben. Die Gebärmutterschleimhaut wird zunehmend dünner. Die Eierstöcke verändern sich und produzieren nicht mehr so viele Eibläschen, sodass ein Eisprung immer häufiger ausbleibt. Das hormonelle Steuerzentrum im Gehirn reagiert auf die geringe Östrogen- und Gestagenkonzentration im Blut und schüttet daraufhin vermehrt Hormone aus, welche die Bildung der Sexualhormone in den Eierstöcken stimulieren sollen. Da die Eierstöcke aber zunehmend ermüden und immer weniger Östrogene und Gestagene bilden können, liegt bald ein Hormonungleichgewicht vor. Folglich muss der Körper ein neues Gleichgewicht finden. Dieser Prozess dauert in etwa fünf bis zehn Jahre und beschreibt die Wechseljahre. Das Klimakterium lässt sich grob in drei Phasen unterteilen: Die Prämenopause, Menopause und Postmenopause.

Prämenopause: die Wechseljahre haben begonnen
Meist wird die Prämenopause nicht sofort erkannt, da die typischen Symptome dieser Phase ähnlich denen des prämenstruellen Syndroms sind. Auffällig ist jedoch ein zunehmend unregelmäßiger Monatszyklus. Am Anfang der Phase kommt es meist zu einer Verkürzung der Periodenzyklen. Besonders kurze Zyklen (unter 21 Tagen) sprechen dafür, dass kein Eisprung stattfand. Die Wechseljahre haben begonnen, jedoch tritt die Menstruation noch weiterhin ein. Und obwohl die Wahrscheinlichkeit gering ist, schwanger zu werden, ist die Frau durchaus noch fruchtbar. Ab 40 verändert sich der Hormonhaushalt langsam, aber schubweise. Zu Beginn sinkt die Konzentration von Progesteron im Blut ab, sodass sich der Gelbkörper nicht vollends aufbauen kann.

 

Menopause: Ende der Menstruationsblutung
Unter der Menopause versteht man die endgültig letzte Regelblutung, die das Ende der Fruchtbarkeit der Frau darstellt. Es ist davon auszugehen, dass die Eierstöcke die Produktion von reifen Eibläschen und Eizellen eingestellt haben, wenn die letzte Blutung ein Jahr zurückliegt. Somit ist die Menopause nur im Nachhinein zu bestimmen.

Postmenopause: ein neues Hormongleichgewicht
Die Postmenopause ist die Phase, die nach der letzten Blutung eintritt. Das bedeutet streng genommen, dass sich die Frau nach der Menopause bis hin zu ihrem Tod in der Postmenopause befindet. Der Östrogenspiegel sinkt auf ein Minimum, bis letztendlich kein Östradiol mehr in den Eierstöcken gebildet wird. Nur das Fettgewebe produziert noch geringe Mengen des weiblichen Sexualhormons. Erst, wenn sich der Körper an die neue niedrigere Hormonsituation angepasst hat, sind die Wechseljahre als beendet anzusehen. Der Hormonspiegel pendelt sich langsam ein.

 

Perimenopause: die heiße Phase
Die Perimenopause beschreibt den Zeitbereich zwei Jahre vor sowie zwei Jahre nach der letzten Blutung und ist somit Teil der Prä- und Teil der Postmenopause. Die Phase ist durch eine sehr starke Abnahme des Östrogenspiegels gekennzeichnet. Die Zyklen werden nun deutlich länger und die Blutungen schwächer.

Vorzeitige Wechseljahre
Die vorzeitige Menopause wird Klimakterium praecox genannt. Hier kommt es zum Funktionsverlust der Eierstöcke schon vor dem 40. Lebensjahr. Etwa ein bis fünf Prozent aller Frauen ist von einem vorzeitigen Klimakterium betroffen. Dies kann vielfältige Ursachen haben. So könnten genetische Erkrankungen ein Grund sein. Es wird auch darüber spekuliert, ob es sich hier um eine Autoimmunerkrankung handelt. Häufig tritt ein verfrühtes Klimakterium bei Frauen ein, die unter Krebs erkrankt sind und eine Chemotherapie oder Bestrahlung hinter sich haben. Genau ist nicht geklärt, welche physiologischen Reaktionen dafür verantwortlich sind. Sicher ist, dass im Verlauf entweder die Eierstöcke ihre Funktion einstellen oder aber die Follikel vermehrt und schneller aufgebraucht werden. Nach der Entnahme der Eierstöcke oder Gebärmutter kommt es ebenfalls zu einem verfrühten Hormonungleichgewicht.

Mögliche Ursachen
Einige Faktoren können die vorzeitigen Wechseljahre beeinflussen. So ist bekannt, dass Raucherinnen im Durchschnitt früher das Klimakterium erreichen als Nichtraucherinnen. Wenn schon immer sehr kurze und häufige Menstruationszyklen stattfanden, wird die Menopause höchstwahrscheinlich verfrüht eintreten. Eine ausschließlich vegetarische Ernährung über mehrere Jahre lässt Frauen, statistisch gesehen, auch früher in die Wechseljahre kommen. Die Funktion der Eierstöcke kann sich aber vorübergehend und kurzfristig erholen.