Während der Pubertät kommt es bei Mädchen zu der ersten Regelblutung, nun sind sie fortpflanzungsfähig. Ab diesem Zeitpunkt äußert sich der weibliche Zyklus durch einen monatlichen Rhythmus, in dem eine Eizelle heranwächst, sich die Gebärmutterschleimhaut aufbaut und schließlich wieder abgestoßen wird, wenn es zu keiner Befruchtung gekommen ist.
Individueller Zyklus
Eine Frau ist im Durchschnitt drei Jahrzehnte lang fähig, sich fortzupflanzen. Beginnend mit dem Einsetzen der Menstruation und endend mit der Menopause. Ein Zyklus beginnt am ersten Tag der Monatsblutung und endet am ersten Tag der nächsten Periode. Jede Frau hat ihren individuellen Zyklus. Er dauert zwischen 25 und 35 Tagen. Das bedeutet, bei einigen Frauen 26, bei anderen Frauen 31 Tage. Die Regelblutung als Zyklusbeginn dauert drei bis sechs Tage.
Fortpflanzung gesichert
Die Natur hat diese monatlichen Veränderungen eingerichtet, damit die Fortpflanzung gesichert ist. Gesteuert wird dieser Prozess durch das wichtigste Steuerzentrum des vegetativen Nervensystems (Hypothalamus), einer Hormondrüse im Gehirn (Hypophyse) und die Eierstöcke.
Der weibliche Zyklus lässt sich in vier Phasen einteilen:
Menstruationsphase
Wenn die Eizelle nicht befruchtet wurde, wird die oberste Schicht der Gebärmutterschleimhaut abgestoßen. Die abgelösten Bestandteile mischen sich mit Blut und die Frau verliert ungefähr eine halbe Tasse Blut. Um diesen Vorgang zu unterstützen, zieht sich die Gebärmuttermuskulatur zusammen. Daher kann es zu Unterleibsschmerzen kommen. Die Monatsblutung wird durch den Beginn der Aufbauphase im Eierstock beendet.
Aufbauphase – vor dem Eisprung
In diesem Zeitraum baut sich die oberste Schicht der Uterusschleimhaut wieder auf. Die weiblichen Sexualhormone Östrogene (auch Estrogene) werden von den Follikeln im Eierstock freigesetzt und steuern diesen Vorgang. Die Gebärmutter wird auf eine mögliche Schwangerschaft vorbereitet, indem sie dicker und reicher an Nährstoffen wird. Eine bestimmte Östrogenkonzentration sorgt für die Ausschüttung eines Hormons, das den Eisprung auslöst.
Eisprung und Gelbkörperphase
Beim Eisprung verlässt die Eizelle den Eierstock und wird über den Eileiter zur Gebärmutter transportiert. Im Eileiter selbst befindet sich die Eizelle 12 bis 24 Stunden lang. In den auf den Eisprung folgenden 12 bis 18 Stunden kann eine Befruchtung, auch im Eileiter, erfolgen. Die Gelbkörperphase beginnt nach dem Eisprung. Noch im Eierstock befindet sich die Eizelle in einem Follikel. Nach dem Eisprung bleibt eine restliche Hülle des Follikels im Eierstock, der sogenannte Gelbkörper. Dieser fängt nun an, das Sexualhormon Progesteron zu produzieren. Progesteron sorgt in Zusammenhang mit Östrogen dafür, dass es zu einer weiteren Verdickung der Gebärmutterschleimhaut kommt und die Drüsensekretproduktion in der Gebärmutter angekurbelt wird. Die Schicht der Gebärmutterschleimhaut reichert sich mit Blut, Proteinen und Nährstoffen an, sodass sie nun in der Lage ist, ein Embryo zu ernähren.
Sauerstoffmangelphase – nach dem Eisprung
Wird die Eizelle nicht befruchtet, bildet sich der Gelbkörper langsam zurück und ist nach etwa 14 Tagen aufgelöst. Nun wird kein Progesteron mehr gebildet und die Arterien der Gebärmutter ziehen sich zusammen, sodass die Durchblutung stark abnimmt. Dadurch kommt es zu einem örtlichen Sauerstoffmangel, der für das Absterben der obersten Schicht der Gebärmutterschleimhaut verantwortlich ist. Es kommt zur Monatsblutung und somit beginnt erneut der weibliche Zyklus.
Schwangerschaft
Beim Geschlechtsverkehr gelangen die männlichen Samenzellen in die Gebärmutter oder den Eileiter. Wenn es zur Befruchtung der Eizelle kommt, kann sich der Embryo in der Gebärmutter einnisten. Der Gelbkörper bildet sich nicht zurück und so kann die nährstoffreiche Beschaffenheit der Gebärmutterschleimhaut aufrechterhalten werden und die Monatsblutung bleibt aus.