Der Wohnberechtigungsschein

Der Wohnberechtigungsschein ist unumgänglich, um sich um eine Sozialwohnung bewerben zu können.


Wer sich in der Situation befindet ein so geringes Einkommen zu haben, dass eine bezahlbare Wohnung auf gewöhnlichem Weg nicht mehr zu finden ist, hat letztlich noch die Möglichkeit eine Sozialwohnung zu beziehen. Auch für Studenten besteht diese Möglichkeit. Diese staatlich geförderten billigen Wohnungen sind aber sehr rar und können nur unter bestimmten Voraussetzungen beantragt werden. Die erste Hürde, die man auf dem Weg zur Sozialwohnung überwinden muss, ist der Wohnberechtigungsschein. Wer diesen erhält, hat sozusagen nachgewiesen, dass ein Anspruch auf eine Sozialwohnung besteht und darf sich um eine Sozialwohnung bewerben.

Die Einkommensobergrenze
Die Einkommensobergrenze richtet sich nach dem Bruttoeinkommen eines Jahres. Bei der Antragstellung wird dabei von dem Einkommen ausgegangen, das in den nächsten zwölf Monaten ab Antragstellung, zu erwarten ist. In besonderen Fällen kann auch vom Einkommen der vergangenen zwölf Monate ausgegangen werden. Die Obergrenze für das Jahreseinkommen wird nach der Anzahl der Angehörigen des Antragstellers gestaffelt. Kindergeld wird hierbei nicht als Einkommen gezählt.

  • Gibt es nur einen Antragsteller ohne Angehörige, dann hat dieser bis zu einem Einkommen von höchstens 12.000 Euro jährlich eine Berechtigung auf eine Sozialwohnung.
  • Bei einem Angehörigen, zum Beispiel Ehegatte oder Kind, steigt die Obergrenze auf 18.000 Euro.
  • Mit zwei Angehörigen darf der Antragsteller höchstens 22.600 Euro Jahreseinkommen haben.
  • Bei drei Angehörigen, beispielsweise Ehegatte und zwei Kinder, dürfen maximal 27.200 Euro im Jahr zur Verfügung stehen. Jeder weitere Angehörige erhöht die Einkommensobergrenze um 4.100 Euro.


Einkommensermittlung
Maßgeblich für den Wohnberechtigungsscheinist zunächst das Bruttoeinkommen für das gesamte Jahr. Jedoch gibt es wiederum verschiedene Möglichkeiten Freibeträge zu erhalten. So werden beispielsweise Werbungskosten vom Bruttoeinkommen abgezogen. Zu Werbungskosten gehören alle jene Kosten, die zur Sicherung und Erhaltung der Einnahmen aufgebracht werden, wie zum Beispiel Kontoführungsgebühren, Bewerbungskosten, Fahrkosten für den Heim- oder Arbeitsweg. Außerdem können bis zu 30 Prozent für Steuern oder gesetzliche Pflichtbeiträge in die Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung vom Bruttogehalt abgezogen werden. Wenn man kindergeldberechtigte Kinder hat, gibt es weitere Freibeträge zwischen 600 und 1.640 Euro, abhängig vom Alter und eventuellem eigenem Einkommen des Kindes. Für Schwangere, Alleinerziehende, Schwerbehinderte oder junge Familien gibt es ebenfalls Freibeträge.