Gerne erinnern wir uns zurück an die Fußball-WM im Jahre 2006. Wo man auch hinschaute, wurde man von einem bunten Farbenmeer aus Flaggen begrüßt. Fußball und auch jede andere Sportart, die auf internationalem Niveau betrieben wird, ist heutzutage eine der häufigsten Einsatzpunkte für Nationalflaggen. Auch in der hohen Politik ist ein Staatsempfang ohne das sichtbar aufgeflaggte Zeichen der Nationen nicht denkbar. Die Flagge gehört neben der Nationalhymne zu den Hauptidentifizierungsmerkmalen eines Landes, so auch die schwarz-rot-goldene Deutschlandfahne als Symbol des Landes Deutschland.
Der Weg zur Deutschlandfahne und zu einer einheitlichen Nation
Obwohl bereits der Name „Heiliges Römisches Reich deutscher Nation“, welches bis 1806 Bestand hatte, eine Einheit suggeriert, war das deutsche Territorium zu diesem Zeitpunkt alles andere als einheitlich, sondern in viele kleine Staaten aufgeteilt. Erst im 19. Jahrhundert kam es schließlich zu einer Einheitsbewegung, in deren Zuge auch nach einer Staatsflagge gesucht wurde. Schon zu einem relativ frühen Zeitpunkt dieser Bewegung war man sich über zwei Farben sicher. Schwarz und rot tauchen seitdem dauerhaft in der Deutschlandfahne auf. Lediglich die dritte Farbe variierte zwischen weiß und dem, aus der noch heute gültigen Deutschlandfahne bekannten „Gold“.
Weiß oder Gold als dritte Farbe?
Die Farben schwarz, rot und gold basieren auf der Uniform des Lützowschen Freikorps, die schwarz eingefärbte Zivilröcke mit roten Samtaufschlägen und goldenen Knöpfen verband. Auch die Jenaer Burschenschaft trug auf dem Wartburgfest von 1817 diese Farben als Tracht. Ein „Farbenlied“ - bekannt aus Burschenschaften - legte schließlich die Abfolge schwarz-rot-gold fest, die 1848/49 zur Bundesfarbe gewählt wurde. Parallel dazu entwickelte der Norddeutsche Bund schwarz-weiß-rot als Farben. Diese setzen sich zusammen aus den preußischen Staatsfarben schwarz und weiß, sowie den Farben der Hansestädte und Brandenburgs rot und weiß. In Zeiten des Deutsch-Französischen Krieges wurde diese Farbwahl auf das gesamte Deutsche Reich übertragen, schwarz-rot-gold hingegen erlebte seine Wiedererstarkung im Jahre 1918 als Symbol der Republik. Passenderweise, da entgegengesetzt zu demokratischen Idealen, kehrten die Nazis neben der Hakenkreuzfahne zu den Farben schwarz-rot-weiß zurück. Erst im Jahre 1945 setzte sich endgültig die heutige Form der Deutschlandfahne durch. Diese repräsentierte die BRD, in abgewandelter Form die DDR und ist bis heute das farbliche Symbol Deutschlands.