Ein aussagekräftiger Faktor bei der Diabetes Diagnose ist der Nüchternblutzucker. Dabei wird der Blutzucker morgens vor dem Frühstück gemessen. Da aber der Blutzuckerspiegel zu Beginn eines Diabetes in der Regel noch völlig normal ist, haben sich neuere und andere Methoden etabliert, mit denen die Krankheit identifiziert werden kann. Dazu gibt es eine Reihe von Tests.
Oraler Glukosetoleranztest
Beim oralen Glukosetoleranztest wird zunächst der Blutzucker in nüchternem Zustand des Magens, also morgens vor dem Frühstück, gemessen. Daraufhin bekommt der Patient ein Glas Wasser, in dem circa 75 Gramm Glukose gelöst wurde, dieses muss innerhalb von fünf Minuten getrunken werden. Nach dem Genuss des zuckerhaltigen Getränkes wird der Blutzucker nach einer und noch einmal nach zwei Stunden bestimmt. Aus den ermittelten Werten lässt sich ableiten, wie gut die Bauchspeicheldrüse Insulin produziert und ob die Gewebe auch empfindlich genug für das Hormon sind. Wenn der Zuckerspiegel des Blutes wieder auf den Wert fällt, der vor der Gabe des Zuckerwassers vorlag, dann wird die Aufnahme der Glukose in die Zellen ausreichend gut funktionieren. Ist der Blutzuckerspiegel jedoch noch deutlich erhöht, kann dies als klares Anzeichen für eine störende Funktion der Bauchspeicheldrüse gewertet werden. Um wirklich Gewissheit zu haben, dass ein Diabetes vorliegt, wird dieser Test an einem anderen Tag wiederholt.
Blutzucker-Tagesprofil
Diese Art der Diabetes Diagnose war früher ziemlich aufwendig für den Patienten. Denn hier muss mehrmals am Tag Blut abgenommen werden, das war sehr lästig für den Patienten, der so mehrmals am Tag zum Arzt musste. Mittlerweile kann der Patient diesen Test jedoch selbst von zu Hause aus durchführen. Dazu muss er sich einfach nur mal kurz in den Finger piksen. Das hervortretende Bluttröpfchen wird auf ein Gerät getupft, welches schnell und zuverlässig den Blutzuckerspiegel ermittelt. Die mehrmalige Messung ergibt dann das Tagesprofil des Blutzuckerwertes, aus dem sich die Stoffwechseleinstellung des Körpers ablesen lässt. So sollte der Blutzuckerwert vor dem Essen 100 Milligramm pro Deziliter nicht übersteigen, während er nach einer Mahlzeit bis 140 Milligramm pro Deziliter betragen darf, um gesund zu sein.
HbA1c Test
Der HbA1c-Test wird auch unter dem Namen „Blutzuckergedächtnis“ geführt. Hb steht hier für den Blutfarbstoff Hämoglobin. In dem Test wird der Anteil des Hämoglobins, der den möglichen erhöhten Zucker enthält, gemessen. Der Vorteil dieses Tests ist, dass der Zucker im Hämoglobin lange nachweisbar ist, denn er verschwindet erst beim vollständigen Abbau des Farbstoffes. Dies dauert in der Regel drei Monate. Mithilfe des HbA1c-Tests lässt sich also ermitteln, wie gut der Zuckerstoffwechsel in den letzten drei Monaten eingestellt war. Wenn der Anteil des Zuckers im Hämoglobin über 6,5 Prozent beträgt, ist eine Behandlung nötig. Der HbA1c-Wert ist ein wichtiger Indikator zur generellen Einstellung des Blutzuckerspiegels und zur Betrachtung des zeitlichen Verlaufs der Behandlung.
Urintest
Auch der Harn wird auf Zuckergehalt geprüft, dieser zeigt aber nur den Blutzuckerwert an, als der Harn gebildet wurde, somit wird hier kein aktueller Wert deutlich. Der Test lässt nur erkennen, ob der Blutzuckerwert über 180 Milligramm pro Deziliter liegt, nicht aber, ob der Blutzuckerwert im Normbereich liegt. Jedoch ist der Test in der Lage vor einer Unterzuckerung zu warnen.
Messung der Ketone
Neben der Zuckerüberprüfung werden auch Ketone im Urin gemessen. Diese sauren Abfallprodukte bilden sich, wenn der Blutzuckerspiegel schnell ansteigt und Insulin im Blut fehlt. Diese können dann teilweise in der Niere vorliegen und werden mit dem Harn ausgeschieden. Insbesondere bei einer fiebrigen Erkältung ist bei Diabetikern die Ketonüberprüfung durchzuführen, gerade wenn der Blutzuckerwert über 250 Milligramm pro Deziliter liegt oder der Anteil des Harnzuckers über drei Prozent ausmacht.