Diabetesmittel: Die verschiedenen Antidiabetika

Bei Diabetes-Typ-1 helfen nur Insulin-Injektionen, während bei Diabetes-Typ-2 verschiedene orale Diabetesmittel möglich sind.


Bei Diabetes-Typ-1 versiegen die Insulinquellen des Körpers. Die Langerhansschen Inseln (Daher der Begriff „Insulin“) in der Bauchspeicheldrüse können das Hormon nicht mehr bereitstellen. Die Körperzellen können ihre „Glukose-Türen“ nicht mehr öffnen, weil der „Schlüssel Insulin“ fehlt. Mit intramuskulären Injektionen von Diabetesmitteln muss sich der Patient deswegen den Botenstoff künstlich zuführen. Vorbei sind jedoch die Zeiten, in denen Typ-1-Diabetiker trotz Insulin-Therapie eine strikte Diät halten mussten. Die heutige Therapie besteht aus einer Kombination mehrerer Insuline, die im Körper eine unterschiedliche Wirkungsdauer haben. So wirkt das „Bolus-Insulin“ binnen einer halben Stunde und ist als „Extragabe“ vor den Mahlzeiten eine Pflichtübung für den Kranken. Das „Verzögerungs-Insulin“ hingegen muss der Diabetiker morgens und abends spritzen. Der langsame Abbau dieses Insulins garantiert die Grundversorgung mit dem lebenswichtigen Wirkstoff über viele Stunden. Das ist gerade während der Nacht von größter Bedeutung, wenn der Diabetiker seinen Zuckerspiegel nicht messen kann. Tagsüber kann die Kontrolle mit dem “Glucometer“ (Teststreifen) den Zuckerkranken zu korrigierenden Injektionen veranlassen.

Diabetesmittel senken beim Typ-2-Diabetiker den Blutzuckerspiegel auf verschiedenen Wegen
Der Zuckerkranke mit Diabetes-Typ-2 produziert zwar genug Insulin, aber die Körperzellen reagieren nicht mehr ausreichend auf das Hormon. Der „Schlüssel Insulin“ klemmt sozusagen im Schloss der „Glukose-Türen“. „Insulinsensitizer“ sind Diabetesmittel, die das Insulin besser wirken lassen, sozusagen die „Türschlösser reparieren“. Außerdem vermindern sie die Ausschüttung von Glukose aus der Leber. Auch dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel. Andere Diabetesmittel bewirken eine verstärkte Insulinsekretion der Bauchspeicheldrüse. Erst ein immenser Überschuss des Hormons veranlasst die Muskeln, Nerven und andere Organe zur Zuckeraufnahme. Einige dieser Sulfonylharnstoffe sind in mehreren Variationen auf dem Markt. Die „Alpha-Glukosidase-Hemmer“ setzen im Dünndarm an: Dieses Diabetesmittel verlangsamt die Verdauung der Kohlenhydrate, wodurch der Darm die Glukose nur zögernd aufnimmt. So kommt es nicht zu Überzuckerungen im Blut.

Auch ein Typ-2-Diabetiker kann insulinbedürftig werden
Der Organismus reagiert auf die gehemmte Resorption des Traubenzuckers im Gewebe mit einer Überproduktion von Insulin. Damit hilft er sich im Anfangsstadium selber, aber nach einigen Jahren ist die Bauchspeicheldrüse völlig überfordert. Auch diejenigen Diabetesmittel, die eine gesteigerte Sekretion des Zucker-Hormons bewirken sollen, helfen dann nicht mehr. Dann ist auch beim Typ-2-Diabetiker eine Insulin-Therapie angezeigt.