Essgestörte Menschen müssen nicht unbedingt besonders dünn oder außergewöhnlich dick sein, auch, wenn das ein gutes Anzeichen für eine Störung ist. Wenn das Gewicht im Normbereich liegt, kann auch ein rapider Gewichtsverlust über einen kurzen Zeitraum auf eine Essstörung hindeuten.
Diäten als Einstieg?
Ein Zusammenhang zwischen Diäten und Essstörungen scheint auf den ersten Blick nicht gegeben, allerdings sollten Angehörige darauf achten, wie das Verhältnis einer Person zum Essen ist. Beschäftigen sich diese Personen den ganzen Tag mit nichts anderem als Lebensmitteln und werden Kalorien der Nahrung gezählt, ist dies ein schlechtes Zeichen. Sie sind ständig auf Diät, auch, wenn sie bereits sehr dünn sind und/oder suchen nach dem Essen häufig das Bad auf. Betroffene vermeiden gemeinsame Mahlzeiten und haben immer eine Ausrede parat, warum sie gerade jetzt nichts essen können. Häufig werden Diätpillen und Abführmittel verwendet, um den aufgenommenen Kalorien entgegenzuwirken oder erst gar keinen Hunger zu bekommen. Aber auch mit der Verwendung solcher Pillen kann der Appetit meist nur eine gewisse Zeit kontrolliert werden, sodass früher oder später hemmungslose Fressattacken ausgelöst werden. Für diesen Moment werden hoch kalorische Lebensmittel und Abführmittel angesammelt. Ein ungewöhnlich hohes Maß an sportlicher Betätigung und der Drang zum Perfektionismus sind ebenfalls Anzeichen für eine Störung des Essverhaltens. Auch ein Verlust des sexuellen Verlangens ist fast immer zu beobachten.
Fazit
Man kann nicht kategorisch sagen, dass Diäten und Essstörungen miteinander verbunden sind. Es gibt zahlreiche Beispiele, in denen ein Abnehmwilliger nicht in eine Essstörungen verfallen ist. Allerdings gibt es auch genug Beispiele dafür, dass ein extremer Körperwahn und unzählige Diätversuche schlussendlich in einer Essstörungen mündeten.