Diagnose
Wenn Kopfschmerzpatienten angeben, dass sie an mehr als zwei bis drei Tagen in der Woche ihre Kopfschmerzen – gleichgültig welchen Kopfschmerztyps – mit Medikamenten therapieren, ziehen Experten die gehäufte Einnahme von Migränetherapeutika als Auslöser für die Kopfschmerzen in Betracht. In der Regel gilt die Einnahme von Medikamenten zur Behandlung von Kopfschmerzen an mehr als 10 Tagen im Monat als problematisch. Dabei ist weniger die Medikamentendosis pro Tag, als vielmehr die Anzahl der aufeinanderfolgenden Tage, an denen überhaupt schmerzlindernde Medikamente zugeführt wurden, entscheidend. Ein medikamenteninduzierter Kopfschmerz ist jedoch umso unwahrscheinlicher desto größer die Abstände zwischen den eventuell gehäuften Medikamenteneinnahmen sind. Werden gelegentlich und nicht regelmäßig Migränetherapeutika oder Schmerzmittel – durchaus auch in größerer Dosis – eingenommen, ist der Verdacht auf medikamenteninduzierte Kopfschmerzen nicht sonderlich groß. Als Hinweis darauf, dass es sich um Kopfschmerzen hervorgerufen durch regelmäßigen Medikamentenübergebrauch handelt, kann auch das Empfinden unterschiedlicher, rasch wechselnder Kopfschmerzformen gesehen werden. Nur selten beschreiben Patienten, bei denen ein medikamenteninduzierter Kopfschmerz diagnostiziert wird, allein die Symptome von Kopfschmerzen vom Spannungstyp oder ausschließlich von Migräne. Zumeist löst der Medikamentenüberkonsum einen Kopfschmerz aus, der zwischen den Kopfschmerzarten „vom Spannungstyp“ und „Migräne“ wechselt. Letztlich kann ein medikamenteninduzierter Kopfschmerz auch durch die Schmerzverringerung nach Absetzen des Medikaments diagnostiziert werden.
Behandlung
Eine Behandlung des medikamenteninduzierten Kopfschmerzes ist nur durch das Weglassen der regelmäßigen Medikamentenzufuhr möglich. Die Entzugstherapie sollte allerdings unter ärztlicher Aufsicht in einer spezialisierten Schmerzklinik durchgeführt werden. Nicht allein wegen der zermürbenden Dauerbeschwerden ist die Behandlung von medikamenteninduzierten Kopfschmerzen unverzichtbar, da der stetige Überkonsum von Medikamenten unweigerlich zu Schädigungen an lebenswichtigen Organen wie Niere oder Leber führt.