Diagnose und Therapie bei Patienten mit chronischem Erschöpfungssyndrom

Chronisches Erschöpfungssyndrom hat zahlreiche Symptome, die oft nicht von anderen Krankheiten unterschieden werden können und von einem Arzt bestätigt werden müssen


Chronisches Erschöpfungssyndrom (Chronic Fatigue Syndrome, kurz CFS) ist für die Betroffenen eine sehr große Belastung, die das normale Leben fast unmöglich macht. Außerdem ist der Auslöser der Symptome bis heute noch völlig unklar. Da die Krankheit chronisches Erschöpfungssyndrom noch weitestgehend unerforscht ist, sind die Möglichkeiten einer Therapie beschränkt und Ärzte sind mit dem Erstellen einer Diagnose eher vorsichtig.

Die Symptome reichen von Müdigkeit bis hin zur Depression 

Chronisches Erschöpfungssyndrom äußert sich in Müdigkeit, Abgeschlagenheit und völliger Erschöpfung. Viele Patienten klagen außerdem unter andauernden Schmerzen, Schlafstörungen und Konzentrationsstörungen. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich infolge dessen Depressionen einstellen und die Betroffenen mit ihrem Leben völlig überfordert sind. Oft ist es so, dass die Patienten nicht mal mehr in der Lage sind, zu arbeiten oder überhaupt aus dem Bett zu kommen. Darunter leidet natürlich auch das Privat- und Familienleben, was zusätzliche Belastungen bringt.

Ab wann leidet man unter CFS 

Im medizinischen Sinne gilt man offiziell als CFS-Patient, wenn man etwa 50 Prozent seiner Leistungsfähigkeit gegenüber dem Normalzustand verliert und dieser Zustand mehr als sechs Monate anhält. Bei manchen Patienten setzt chronisches Erschöpfungssyndrom plötzlich nach einer Krankheit ein und bei anderen ist es ein schleichender Prozess, der Wochen oder sogar Monate dauern kann. Oft ähnelt die lähmende Erschöpfung einer schweren Grippe, die aber kein Ende nimmt. Zudem kommt es wie bei der Grippe zu Kopf- und Gliederschmerzen, geschwollenen Lymphknoten, Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden. Auch plötzlich auftretende Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Störungen des Kurzzeitgedächtnisses können Symptome für CFS sein. Der Nachweis von CFS ist schwierig. Ein Anhaltspunkt kann jedoch ein Hormonspeicheltest sein, wie ihn große Fachlabore anbieten: www.censa.de oder www.verisana.de/chronisches-erschopfungssyndrom.

Diagnose chronisches Erschöpfungssyndrom

Zum heutigen Stand der Forschung müssen neben dem Hauptsymptom der Erschöpfung noch mindestens vier andere Symptome vorliegen, um die Diagnose chronisches Erschöpfungssyndrom bestätigen zu können. Jedoch muss ausgeschlossen werden, dass die Symptome nicht anderen Erkrankungen zugrunde liegen, wie Schilddrüsen-, Herz- oder Lebererkrankungen, krankhaftem Übergewicht, Multiple Sklerose, Tumorerkrankungen, Diabetes oder psychischen Erkrankungen. Erst nach Ausschluss all dieser Faktoren kann die Diagnose chronisches Erschöpfungssyndrom endgültig getroffen werden. Leider gibt es keine spezielle Therapie, sondern nur standardisierte Behandlungsverfahren wie ausgiebige Ruhephasen, Einteilung der verbliebenen Kraftreserven, die Versorgung des Körpers mit Vitalstoffen wie Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen, eine gesunde Ernährung und die Meidung von Schadstoffen. Es ist äußerst wichtig einen Arzt aufzusuchen und ihm die Symptome zu erläutern, da bei manchen Patienten eine psychologische Betreuung notwendig ist. In äußerst schwerwiegenden Fällen der Krankheit chronisches Erschöpfungssyndrom kommen auch Antidepressiva, Schmerz- oder Schlafmittel zum Einsatz.