Diagnose von Erektionsproblemen

Der Arzt hat ein breites Spektrum an Möglichkeiten, um herauszufinden, was die Ursache einer Erektionsstörung ist.


Hat das beste Stücke zum ersten Mal seinen Dienst verweigert, sollte sich kein Mann scheuen, einen Termin beim Urologen auszumachen. Zwar kann es schlicht Stress gewesen sein, der zu der Erektionsstörung geführt hat, andererseits können ernsthafte organische Krankheiten vorliegen.

Umfassende Anamnese
Zunächst wird der Arzt mit Ihnen eine Anamnese erstellen, das heißt eine medizinische Vorgeschichte, die eventuell bereits Rückschlüsse über das aktuelle gesundheitliche Befinden erlaubt. Daneben wird es einen kompletten medizinischen Check-up geben, der Erkrankungen ausmacht, dazu gehören etwa Diabetes oder Herz-Kreislauf-Beschwerden. Sollten diese Tests negativ ausfallen, werden spezielle Untersuchungen des Penis durchgeführt, auch Schäden an den Nerven, die eine komplette Signalweiterleitung Gehirn-Penis unmöglich machen, können so festgestellt werden.

Basis-Tests
Zu den Basisuntersuchungen zählen die Messung des Blutdrucks, Blutanalysen und eine Bestimmung der Sexual- und Schilddrüsenhorme. Daneben wird die Nervenweiterleitung mit einem kleinen Hammer getestet. So wird herausgefunden, ob die Verarbeitung sexueller Reize und die darauf folgende Nervenübertragung richtig funktioniert. Nachdem ein erotischer Reiz im Gehirn wahrgenommen wurde, wird dieser als Signal an die Nerven des Rückenmarks und von da aus an die Schwellkörper des Penis weitergeleitet. Liegt eine Nervenschädigung irgendwo auf dem Weg Gehirn-Penis vor, ist die Übertragung gestört und der Penis kann nicht mehr erigieren.

Verschiedene Möglichkeiten der Diagnose

Neben den allgemeinen Tests stehen Urologen eine Reihe spezieller Untersuchungsmethoden zur Verfügung, die sich direkt auf den Penis und die umliegenden Gefäße und Nerven konzentrieren.

Schwellkörper-Injektionstest
Hierbei wird ein erektionsauslösendes Medikament direkt in den Schwellkörper gespritzt. Dieser Test wird bei Verdacht auf einen Gefäßschaden durchgeführt.

Penisdopplersonografie
Um Rückschlüsse über die Beschaffenheit der Blutgefäße zu erhalten und einen Einblick in das Ein- und Ausströmverhalten des Bluts zu erhalten, wird eine sogenannte Penisdopplersonografie durchgeführt. Hierbei handelt es sich um Ultraschall, es werden also Bilder der betreffenden Region angefertigt.

Erektometer/Phallografie
Völlig schmerzlos ist auch die Phallografie. Diese wird mit einem Erektometer – einem elastischen Bändchen, das mit einem Messgerät verbunden ist – durchgeführt, um so den Grad der Erektion zu ermitteln. Alternativ kann ein perforierter Papierstreifen über Nacht um den Penis gewickelt werden. Ist dieser am nächsten Morgen zerrissen, ist es zu einer Erektion gekommen und es liegt wahrscheinlich keine organische Ursache vor.

Nächtliche Tumeszenzmessung
Ganz ähnlich funktioniert die nächtliche Tumeszenmessung. Auch hier werden Messgeräte an den Penis angeschlossen, um Nervenströme zu messen. Jeder gesunder Mann erlebt in den Tiefschlafphasen (REM) mehrere Erektionen, diese werden in einer Kurve erfasst. Verläuft sie normal, können organische Ursachen der Erektionsstörung nahezu ausgeschlossen werden.

Cavernosonografie
Unangenehmer ist die Cavernosonografie, bei der ein Kontrastmittel in den Schwellkörper gespritzt wird. Da sie neben den Schmerzen auch mit Nebenwirkungen verbunden sein kann, sollte sie nur in Ausnahmefällen zum Einsatz kommen.

Termin beim Psychotherapeuten
Da neben den organischen Ursachen meist auch psychische Probleme hinzukommen, ist eine Therapie beim Experten unabdinglich. Dieser kann helfen, über Versagensängste zu sprechen.