Diagnose von Schwindel - oft ist die Ursache harmlos

Bei der Diagnose von Schwindel stellt sich selten etwas extrem Ernstes heraus. Tumore sind einer der seltensten Gründe für Schwindelgefühle. Meist sind Schädigungen des Innenohrs oder der Augen der Grund dafür


Dem, der sich beim Aufstehen vielleicht ein bisschen schwindlig fühlt, ist meist schon mit einem Glas Tomatensaft geholfen. Das Energie spendende Getränk schafft schnell Abhilfe bei körperlichen Schwächegefühlen, es kurbelt den Stoffwechsel an, gleicht den niedrigen Blutzuckerspiegel aus und die Schwindelgefühle verschwinden. Schwindel beim zu schnellen Aufstehen oder in abwärtsfahrenden Liften ist ebenfalls völlig normal und nicht weiter besorgniserregend. Viele Menschen lieben den leichten Schwindel sogar und suchen ihn absichtlich, zum Beispiel auf einem Kettenkarussell. Stellt sich aber ein Schwindelgefühl häufig ohne erkennbaren Grund ein, so hat das mit hoher Wahrscheinlichkeit krankhafte Ursachen.

Angst vor der Diagnose von Schwindel
Viele Menschen glauben, dass es sich bei der Ursache für den Schwindel um einen bösartigen Tumor handeln könnte und haben Angst davor, bei einer medizinischen Untersuchung Gewissheit zu erhalten. Tatsächlich zählen Tumore aber zu den seltensten Gründen für Schwindelgefühle. Die häufigsten Ursachen für krankhaften Schwindel sind Schädigungen des Innenohrs oder der Augen, auch Blutdruckprobleme können Taumelgefühle auslösen. Oft lässt sich schon an der Art des Schwindels seine Ursache erkennen. Um den genauen Grund des Schwindels feststellen zu können, werden drei Diagnoseformen angewendet.

Anamnese
Eine gründliche Anamnese- dabei handelt es sich um eine Rekonstruktion der Krankengeschichte- ist für die richtige Diagnose von entscheidender Bedeutung. Aus diesem Grund versuchen Ärzte im Patientengespräch genau zu erörtern, wie oft und in welchen Situationen der Schwindel auftritt und welche Erscheinungsform er hat. Um bestimmte Krankheiten auszuschließen und eine sichere Diagnose stellen zu können, fragen die Mediziner danach, ob die Patienten etwa Leere im Kopf verspüren, Sternchen sehen oder ob ihnen schwarz vor Augen wird. Letzteres kann ein Zeichen von Unterzuckerung sein. Um genau herausfinden zu können, welche Behandlung zur Beseitigung des Schwindels nötig ist, wird bei der Befragung des Patienten erhöhtes Augenmerk auf ebendiese Begleiterscheinungen gelegt. Andere häufig bei Schwindelanfällen auftretende Beschwerden, die auf eine ernste Erkrankung hindeuten, sind beispielsweise Brechreiz, Sehstörungen, Kopfschmerzen oder temporärer Hörverlust.

Körperliche Untersuchung
Nach der Anamnese findet eine körperliche Untersuchung statt, um die Ursache des Schwindels genau lokalisieren zu können. Dabei steht eine Funktionsprüfung der Sinne an erster Stelle. Diese beinhaltet einen Geh- und Balancetest mit offenen und geschlossenen Augen, das Überprüfen der Augenbewegungen und einen Hörtest. Je nach der vermuteten Ursache des Schwindels kann es notwendig sein, außerdem noch eine neurologische und eine psychologische Untersuchung durchzuführen.

Apparative Diagnose von Schwindel
Um die Schwere, beziehungsweise das Stadium der den Schwindel verursachenden Krankheit genau bestimmen zu können, bedienen sich die Ärzte der apparativen Diagnostik. Der Medizin stehen vielfältige diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Dazu gehören spezielle elektronische Geräte, mit denen zum Beispiel überprüft werden kann, inwieweit sich die Augen synchron zu einer Reizung des Gehörs bewegen. Weitere mögliche apparative Untersuchungen sind die Messung der Gehirnströme, Röntgenuntersuchungen des Gehörgangs und des Gleichgewichtsorgans sowie die Computertomografie bei Tumorverdacht.