Diagnostik bei Blut im Sperma

Anfänglich wird der Arzt eine so genannte Anamnese erstellen, um durch eine genaue Befragung Rückschlüsse auf eine mögliche Ursache für das Blut im Sperma ziehen zu können. Danach beginnen die klinischen Untersuchungen.


Viele Betroffene kontaktieren sehr schnell einen Arzt. Zum einen erscheint das Auftreten von Blut im Sperma als ernstes Warnzeichen als Hinweis auf eine schwere Erkrankung. Zum anderen wird das Thema im Freundes- und Bekanntenkreis tabuisiert. In jedem Fall ist ein Arzt aufzusuchen, wenn das Problem häufig auftritt und mit weiteren Symptomen wie Schmerzen oder Brennen beim Urinieren verbunden ist.

Anamnese
Zunächst wird der Arzt eine so genannte Anamnese erstellen. Durch die genaue Befragung über Krankheitsverlauf und Symptome, Vorerkrankungen, Lebensumstände und familiäre Krankengeschichte lassen sich Rückschlüsse auf eine mögliche Ursache ziehen. Danach beginnen die klinischen Untersuchungen.

Blick- und Tastkontrolle
Der Arzt untersucht den Genitalbereich äußerlich, um eventuelle Hinweise auf eine traumatische Einwirkung oder Verletzungen wie Hämatome oder winzige Einrisse festzustellen. Anschließend erfolgt eine Untersuchung der Vorsteherdrüse. Die sogenannte Prostata ist eine männliche Sexualdrüse, die das Hormon Testosteron produziert und die Spermien durch die Zugabe von Flüssigkeit transportabel macht. Diese Drüse befindet sich zwischen After und Harnblase und ist durch eine rektale Untersuchung sehr gut zu ertasten. Der Arzt führt einen Finger in den Anus des Patienten und ertastet ungefähr drei Zentimeter hinter dem Eingang die Prostata. Eine Vergrößerung kann die Ursache der Blutung darstellen und bedarf einer feindiagnostischen Untersuchung. Eine normalgroße Prostata hingegen ist ohne Befund. Ebenfalls durch Abtasten untersucht der Arzt die Hoden und Nebenhoden, um Tumore oder andere Veränderungen auszuschließen. Auch die Harnröhre und in seltenen Fällen die Harnblase werden untersucht, soweit Verdachtsmomente für die Ursache der Blutung bestehen. Abschließend erfolgt eine Kontrolle der Samenbläschen. Diese Bestandteile der männlichen Sexualorgane befinden sich unterhalb der Prostata auf dem Weg der Samenleiter vom Hodensack in den Penis. Sie produzieren gemeinsam mit der Prostata das flüssige Sekret für den Transport der Spermien. Sie sind häufig ein Ort für krankhafte Veränderungen wie Entzündungen oder Tumore. Durch Abtasten kann der Arzt die Normalgröße der Samenbläschen ermitteln und Veränderungen diagnostizieren.

Laboruntersuchungen
Ein allgemeines Blutbild ermöglicht Aussagen über den Gesundheitszustand des Patienten. Denn die Ursache für die Blutung kann auch im Harnsystem versteckt sein. Eine Urinuntersuchung gehört deshalb zu den Routinemaßnahmen. In einen kleinen Becher Urin wird ein Teststreifen platziert, der Auskunft über anormale Urinbestandteile wie Eiweiß, Blutkörperchen oder Krankheitserreger gibt. Bei Auffälligkeiten wird der Urin zur genauen Diagnose ins Labor geschickt. Das Spermiogramm gehört unbedingt zu den Diagnoseverfahren bei Auftreten von Blut im Sperma. Unter dem Mikroskop werden die Spermien auf Anzahl pro Milliliter und auf Schnelligkeit untersucht. Krankhafte Veränderungen der Samenflüssigkeit sind mikroskopisch und durch verschiedene Labortests gut zu erkennen. Gleichzeitig wird versucht, im Labor Bakterien aus der Samenflüssigkeit zu züchten, um eine tiefer liegende Entzündung zu erkennen.

Bildgebende Diagnostik
Eine Möglichkeit zur bildlichen Darstellung des Genitalbereichs ist der Ultraschall. Dieses sonografische Verfahren ermöglicht eine genaue Abbildung der Sexualorgane. Aus diesem Grund gehören solche Prozeduren zu den Routineuntersuchungen beim Auftreten von Blut im Sperma. Die Funktionstüchtigkeit der Harnblase wird mit einer Blasenspiegelung überprüft, wobei eine winzige Kamera über die Harnröhre in die Blase eingeführt wird und das Gewebe der Innenwand über einen externen Monitor betrachtet werden kann.