Diamanten: Schmuck und Industrie bringen sie zum Strahlen

Der begehrtesten Edelsteine der Welt findet sich in Diamanten-Schmuck und in der Industrie wieder und ist dort nicht wegzudenken.


Viele Frauen wünschen sich nichts sehnlicher als dieses unverwechselbare Glitzern am Ringfinger. Marilyn Monroe setzte dem kostbaren Diamanten-Schmuck sogar ein Denkmal. Ihre musikalische Huldigung „Diamonds Are A Girl's Best Friend“ ist zu einem Evergreen geworden. Doch nicht nur Frauen wissen den Edelstein zu schätzen, ist er doch wegen seiner chemischen Beschaffenheit in vielen Bereichen unersetzlich geworden.

Nicht nur für Schmuck geeignet

  • Diamanten sind nicht nur in der Schmuck-Industrie ein begehrtes Material. Da er das härteste und widerstandsfähigste Material ist, findet er auch in anderen Bereichen Verwendung. Er ist als Werkstoff bereits seit mehr als 4.000 Jahren bekannt. Früher wurden Diamanten ausschließlich von Königen verwendet. Sie nutzten das harte Material beispielsweise als Verstärkung ihrer Rüstungen. 
  • Heute werden Diamanten auch als Bohr- und Schneidewerkzeug eingesetzt, denn Instrumente, die aus Diamant gefertigt wurden, arbeiten schneller und präziser als andere Materialien es je könnten. Metalle beispielsweise können mit einem Diamantenschneider dünner geschnitten werden, als das menschliche Haar. Die mythischen Sternensplitter bestehen aus reinem Kohlenstoff, der sich im Erdmantel unter extrem hohen Temperaturen zu einem Diamanten verfestigt hat. 
  • Dieser Prozess dauerte mehrere Millionen Jahre. Mittlerweile ist es aber auch möglich, künstliche Diamanten herzustellen. Es ist sogar denkbar, aus der Asche Verstorbener künstliche Steine herzustellen, die als ewige Erinnerung an die Verblichenen fungieren. 

Merkmale zur Wertbestimmung von Diamanten-Schmuck

  • Der Wert eines Diamanten Schmuck wird von vier Faktoren bestimmt: Cut, Color, Clarity und Carat. Diese vier C’s sind international einheitlich und ermöglichen so eine einwandfreie Bestimmung eines Diamanten. In seiner Ursprungsform ist ein Diamant sehr unscheinbar, er ähnelt einem Stück farblosen Glases. 
  • Erst durch den Schliff wird der Rohdiamant zu einem individuellen Einzelstück. Je nach Art der angewandten Methode wird das legendäre innere Feuer gebändigt oder kommt klar zum Vorschein. Diamanten kann man mittlerweile in vielen Farben kaufen. Sie sind in den so genannten „Fancy Coulurs“ erhältlich und umfassen das breite Spektrum des Regenbogens. 
  • Von zitronengelben Steinen bis hin zu pinkfarbenen Diamanten kann der zahlungskräftige Kunde fast alle Farben erwerben. Das dritte Kriterium qualifiziert die Reinheit des Steins. Je reiner ein Diamant ist, umso wertvoller ist er. Größe und Gewicht des Steines werden in der Karatzahl festgehalten. 

Zahlen und Fakten

  • Der größte jemals gefundene Diamant hatte ein Gewicht von fast 3100 Karat und trägt den Namen Cullinan. Er wurde zu mehreren Einzelstücken verarbeitet. Die größten unter ihnen sind in den britischen Kronjuwelen enthalten. In der Edelsteingeschichte sind solche Funde eine Seltenheit, vielleicht auch ein Grund dafür, dass mit diesen einzigartigen Steinen oftmals menschliche Schicksale verbunden sind. 
  • Ihre Träger gelangten auf eine tragische Art und Weise zu Ruhm. Ein Beispiel ist der Koh-I-Noor Diamant mit einer Größe von rund 106 Karat. Die Menschen waren zu fast allem bereit, um in seinen Besitz zu kommen. 
  • Indische Großmogule führten erbitterte Machtkämpfe und griffen zu List und Tücke, um den Diamanten ihr Eigen nennen zu dürfen. Heute ist er in dem Malteserkreuz der Krone von Elizabeth der Zweiten für alle zu bewundern. 

Diamantenhandel

  • Ein Großteil des Diamantenhandels findet noch immer in der belgischen Stadt Antwerpen statt. Hier, wo sich über 1500 Diamantenbörsen befinden, treffen sich Händler aus aller Welt, um über Preise, Mengen und Reinheit der edlen Steine zu verhandeln. Mehrere Milliarden werden jährlich mit den kostbaren Steinen umgesetzt. 
  • Aber das Geschäft mit den Diamanten hat auch eine Schattenseite. Medien berichten von Kinderarbeit in den unterirdischen Minen. Der Hollywodfilm „Blood Diamond“ thematisiert den oftmals fragwürdigen Handel mit den begehrten Steinen. Mit den Einnahmen aus den Verkäufen finanzieren viele Länder in Afrika Bürgerkriege. 
  • Um diesem blutigen Geschäft ein Ende zu setzen, soll ein international einheitliches Zertifizierungssystem eingeführt werden, das eine genaue Herkunftsangabe und faire Handelsbedingungen beinhalten soll. Zunehmend treten die mit dem Handel verbundenen Konflikte in das Bewusstsein der Diamantenhändler- und Käufer.