Dicke Kinder - Was nun?

Die Hauptgründe für dicke Kinder sind wohl die fehlende Bewegung und die falsche Ernährung. Hier können sie mehr über das Verhalten übergewichtiger Kinder lesen.


Der Mensch des 21. Jahrhunderts lebt im Sesselzeitalter. Praktisch alles kann vom Sofa aus erledigt werden. Einmal Platz genommen, werden Rechnungen bezahlt, der Lieblingskrimi geschaut und das Abendbrot eingenommen. Solch ein Verhalten wird von Erwachsenen vorgelebt und vom Nachwuchs nachgeahmt, denn Eltern haben eine wichtige Vorbildfunktion. Auch die Jüngsten verbringen den Großteil ihrer Zeit sitzend.

 

Dicke Kinder keine Seltenheit

Meistens vor dem Fernseher, dem Computer oder der Playstation. Wenn Bewegungsarmut auch noch mit schlechten Ernährungsgewohnheiten zusammenfällt, entsteht schnell Übergewicht - dicke Kinder sind in Deutschland schon lange keine Seltenheit mehr. Die traurige Tatsache ist, dass jedes fünfte Kind und jeder dritte Jugendliche in Deutschland zu dick ist. Was ist nun aber zu tun, wenn man festgestellt hat, dass das eigene Kind ein paar Kilos zu viel mit sich herumträgt? 

Keine Radikaldiät
Auf keinen Fall sollten Sie versuchen, jetzt das Radikaldiätprogramm zu beginnen, das auch Ihnen geholfen hat, überflüssige Pfunde zu verlieren. Denn Diäten sind oft mit Mangelernährung verbunden und Kinder brauchen besonders in der Wachstumsphase viele Nährstoffe. Auch Verbote bringen nichts und führen meist nur zum Gegenteil. An oberster Stelle sollte eine Ernährungsumstellung stehen. Bequemer Fertignahrung wird durch frisches Obst und Gemüse ersetzt. Auch leichte Geflügel- und Fischgerichte sollten auf dem Speiseplan stehen. 

Familienzusammenhalt
Das Wichtigste überhaupt ist der Familienzusammenhalt. Ermuntern und motivieren Sie Ihr Kind, denn aus eigener Erfahrung wissen Sie ja, dass Abnehmen nicht immer spaßig ist. Die Mahlzeiten sollten gemeinsam am Tisch eingenommen werden. Ausreichende Bewegung, beispielsweise ein gemeinsamer Ausflug ins Schwimmbad oder eine Radtour, unterstützt das Abnehmen und stärkt den Familiensinn. 

Programme und Initiativen
Um das familieninterne Abnehmen zu unterstützen, bieten alle Krankenkassen spezielle Programme an, die den Kindern aber auch den Eltern helfen sollen, gesunde Ernährung zu erlernen. Sprechen Sie mit Ihrer Krankenkasse über verfügbare Angebote. Ein ähnlich funktionierendes Konzept hat das „Moby Dick“ Netzwerk in Hamburg. Hier treffen sich übergewichtige Kinder in Gruppen, um über ihren Körper zu sprechen. Denn abnehmen allein reicht nicht aus. Auch in der Vergangenheit erlittene Hänseleien müssen überwunden und Hemmungen abgebaut werden. Neben diesen Programmen gibt es viele Initiativen, die vorbeugend und aufklärerisch tätig werden sollen. „Powerkids“ oder „Mampf und Move“, aber auch spezielle Lehrgänge in Schulen oder Kindergärten sollen helfen, das Bewusstsein für Lebensmittel zu stärken. Es wird gemeinsam gefühlt, gerochen und gekocht, was die Natur hervorgebracht hat. Viele Kinder wissen gar nicht, dass Pommes aus Kartoffeln entstanden sind. 

Kur
Bei starkem Übergewicht empfiehlt sich der Aufenthalt in einer Kureinrichtung. Hier wird über einen längeren Zeitraum, meist ein Jahr, das Übergewicht bekämpft und neues Selbstbewusstsein aufgebaut. Die Kosten für diese „Abnehmcamps“ werden in den meisten Fällen von den Krankenkassen erstattet.