Die autoritäre Erziehung - Gehorsam, feste Regeln und Disziplin

Die autoritäre Erziehung dreht sich um Disziplin und Unterordnung.


Vor etwa zwei Generationen war die autoritäre Erziehung der meist durchgeführte Stil überhaupt. Heute hat seine Bedeutung erheblich nachgelassen, auch weil er die freie Entfaltung des Kindes be- und verhindert. Beim autoritären Stil entscheiden die Eltern über das Leben des Kindes. Die Regeln, der Tagesablauf und die Freizeitgestaltung werden von den Eltern vorgegeben.

 

Die Kinder haben sich zu fügen, tun sie es nicht, werden sie bestraft. Auch Art und Umfang der Strafe werden ausschließlich von den Eltern festgelegt. Diskussionen mit den Kindern werden von autoritären Eltern gänzlich abgelehnt.

Emotionen zeigen beweist Schwäche
Die autoritären Eltern haben ganz genaue Leitfäden, wie sie ihre Kinder erziehen möchten. Disziplin, Höflichkeit und Gehorsam stehen an oberster Stelle. Emotionen werden bei diesem Erziehungsstil eher weniger ausgelebt. Die Eltern zeigen dem Kind fast überhaupt keine Gefühle, da Schwächen die Autorität herabsetzen. Eine körperliche Bindung mit Austausch von liebevollen Gesten fehlt in der autoritären Erziehung fast völlig.

Unterordnung als oberstes Prinzip
Die autoritäre Erziehung beruht auf dem Prinzip der Unterordnung, das heißt, die Kinder sind den Eltern unterlegen. Diese Gewohnheit durchzieht meist das ganze Leben der Kinder. Sind sie später erwachsen, neigen sie oft immer noch dazu sich unterzuordnen. Trotz der Strenge, die von den Eltern ausgeübt wird, kommt es nicht zu körperlicher Misshandlung. Jedoch sind für autoritäre Eltern auch Strafen wie eine Ohrfeige oder ein Klaps eine ganz normale Erziehungsmaßnahme. Dieser Umstand führt unter anderem dazu, dass dieser Erziehungsstil von Pädagogen als kritisch beurteilt wird.

Folgsame Kinder, rebellische Jugendliche
Die autoritär erzogenen Kinder haben kaum eine Chance ihre Persönlichkeit zu entfalten, da sie nach Vorgabe der Eltern leben. Sie befolgen Regeln, erfüllen Aufgaben und dürfen nur selten ihren eigenen Interessen nachgehen. Gerade der Umstand das diese Kinder viele Regeln und Verbote kennen lernen kann dazu führen, dass es im Jugendalter zu Problemen kommt. Viele Jugendliche sind in solchen Phasen von anderen leicht beeinflussbar und schließen sich Cliquen an, die einen negativen Einfluss ausüben. Die autoritären Eltern reagieren darauf wieder mit harten Bestrafungen, sodass das Verhältnis zwischen Eltern und Kind immer angespannter wird.

Kein eigenständiges Leben möglich
Im späteren Leben kann das autoritär erzogene Kind oft kein entspanntes und eigenständiges Leben führen, da Verhaltensmuster aus der Kindheit übernommen werden. Als Erwachsener ist die Person dann häufig damit überfordert, eigene Regeln fürs Leben zu entwerfen und nicht mehr nach dem Leitfaden der Eltern zu leben.