Für Diabetiker gibt es besondere und spezielle Nahrungsempfehlungen. Im Grunde genommen gelten diese auch für gesunde Menschen, jedoch ist die Ernährungsweise bei Diabetikern der ausschlaggebende Faktor für die Entwicklung und den Verlauf dieser Erkrankung. Diabetiker sollten bei den verschiedenen Lebensmittelgruppen immer darauf achten, welche Nahrungsmittel mehr oder weniger günstig für sie sind. Generell gilt der Grundsatz der Ernährung bei Diabetes: Vielseitig, aber nicht zu viel essen!
Viel frisches Obst und Gemüse
Bei Obst und Gemüse gibt es eigentlich keine Einschränkungen, hier darf kräftig zugelangt werden und diese pflanzliche Kost sollte mehrmals am Tag zur Mahlzeit eingeplant werden. Jedoch sind gezuckerte Obstkonserven eher zu vermeiden und auch die sehr zuckerhaltigen Obstsorten, wie Trauben, Pflaumen und Bananen sollten weniger reichlich verzehrt werden. Zu den günstigsten Früchten für Diabetiker gehört Beerenobst, da dieses sehr reich an Ballaststoffen ist. Aber auch Äpfel und Zitrusfrüchte können eine optimale Zwischenmahlzeit ergeben. Trockenobst und Gemüsekonserven sollten nur in geringen Mengen eingenommen werden, sie enthalten meist viel Zucker. Generell hat der Verzehr von Gemüse außerordentlich positiven Einfluss auf den Stoffwechsel. So zeigte sich, dass der HbA1c-Wert durch eine gemüsereiche Ernährung gesenkt werden kann. Tiefkühlgemüse, ohne zugesetzte Soßen oder Sahne, ist auch als günstig einzustufen.
Zu den Lebensmitteln mit besonders hohem Ballaststoffgehalt zählen Hülsenfrüchte, sie haben einen sehr geringen glykämischen Index. Nüsse und Samen enthalten zwar sehr viel Fett, aber in erster Linie handelt es sich hier um die gesunden mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Daher sind Nüsse in geringen Mengen, zum Beispiel im Müsli, äußerst empfehlenswert.
Sättigendes Vollkorn
Bei Backwaren, Nudeln, Reis und Getreide sollte generell hauptsächlich zu Vollkornerzeugnissen gegriffen werden. Vollkornprodukten, in denen ganze Körner enthalten sind haben einen besonders niedrigen glykämischen Index. Diese Lebensmittel sollten einen sehr großen Teil der täglichen Ernährung ausmachen. Gesüßte Müslis und Gebäck sollten aber eher selten auf dem Tagesplan stehen. Auf deftige Soßen zur Beilage sollte ebenfalls verzichtet werden. Speisen können ruhig würzig sein, jedoch sollte Salz nur gering dosiert werden, da salzreiche Kost den Blutdruck ansteigen lässt. Die Kochsalzzufuhr sollte am Tag sechs Gramm nicht überschreiten.
Kartoffeln sind zur Ernährung von Diabetikern sehr geeignet. Jedoch sollten Kartoffeln überwiegend in ihrer „reinen“ Form gekocht auf den Tisch kommen, Püree hat einen sehr hohen glykämischen Index, Kroketten, Bratkartoffeln und Fritten sind immens fett- und kalorienreich und sollten daher nur selten verzehrt werden.
Milchprodukte enthalten wichtige Eiweiße, Vitamin A und D, Kalzium und kaum Kohlenhydrate, daher sind sie generell als günstig einzustufen. Jedoch enthalten viele Produkte sehr viel Fett, welches hauptsächlich aus einfach ungesättigten Fettsäuren besteht. Daher sollte der Diabetiker hier zu den fettarmen Varianten greifen oder den Verzehr der Vollfettprodukte sparsam gestalten.
Fleisch und Wurst enthalten keine Kohlenhydrate. Da aber hier sehr viel versteckte Fette vorliegen können und der Cholesteringehalt im Allgemeinen sehr hoch liegt, sollte der Verzehr von Fleischprodukten gering ausfallen. Am besten eignen sich magere Filets, wenn die Zubereitung fettarm stattfindet. Fleisch sollte nicht häufiger als zwei, dreimal in der Woche auf dem Speiseplan stehen.
Mindestens einmal die Woche Fisch essen
Fisch kann sich dagegen sehr günstig auf den Stoffwechsel auswirken. So enthalten Fisch und Meeresfrüchte leicht verdauliches Eiweiß, essenzielle Vitamine und Jod. Die fettreichen Fische, wie Lachs und Makrele haben einen besonders hohen Anteil an den essenziellen Omega-3-Fettsäuren. Fisch sollte mindestens einmal in der Woche auf den Tisch kommen, am besten schonend gedünstet oder gegart. Fischkonserven sind dagegen eher ungünstig zu bewerten, da sie meist zusätzliche Fette in den Soßen enthalten.
Zuckeraustauschstoffe bewusst einsetzten
Süßigkeiten sind für Diabetiker zwar nicht verboten, aber der Genuss dieser „Dickmacher“ sollte sich sehr in Grenzen halten. Gegen ein Stück Obstkuchen oder mal eine Kugel Eis ist nichts einzuwenden, da diese den Blutzuckerspiegel nicht direkt in die Höhe treiben. Als generelle Süßungsmittel können Süßstoffe herangezogen werden, diese sind in geringen Mengen besser geeignet als Kristallzucker oder Zuckeraustauschstoffe, wie Fruchtzucker und Sorbit.
Informative Verpackung
Wenn die Zeit nicht immer reicht, um selbst zu kochen, gibt es auch Fertigprodukte, die für Diabetiker durchaus geeignet sind. Wichtig ist hier, dass die Inhaltsstoffe und Nährwertangaben auf der Verpackung geprüft werden, insbesondere auf Kohlenhydrat- und Fettgehalt ist zu achten. Auch auf Restaurantbesuche muss ein Diabetiker nicht verzichten. Denn Diabetiker müssen ja keine strenge Diät halten. Mit der Kenntnis über die Nahrungsmittel lassen sich auch die günstigen Gerichte auf der Speisekarte erkennen, wie zum Beispiel Lachsfilet auf Rucolasalat mit Salzkartoffeln.
Lebensmittel für Diabetiker?
Die noch weit verbreitete Meinung, dass Diabetiker extra Nahrungsmittel brauchen, ist überholt, Diabetiker brauchen die vielseitigen Angebote in den Supermärkten, die nur für sie hergestellt wurden nicht. Aber was steckt hinter den speziellen Diabetikerlebensmitteln? Das Positive ist hier, dass die Etikettenbeschriftung über die Inhaltsstoffe genaustens verordnet und geregelt ist. Eine Verordnung ist hier, dass Nahrungsmittel keinen Haushaltszucker (Saccharose) oder Glukose enthalten dürfen. Dagegen sind sie mit Zuckeraustauschstoffen versehen. Hier sind beispielsweise Fruktose, Maltit und Sorbit sowie Süßstoff erlaubt. Diese wirken sich jedoch nicht günstig auf die Ernährung von Diabetikern aus, da Zuckeraustauschstoffe einen Anstieg von Triglyceriden im Blut fördern. Gerade Diabetiker mit erhöhten Blutfettwerten sollten auf derartige Diabetikerlebensmittel verzichten. Die Süßigkeiten, die angeblich für Diabetiker geeignet sind, enthalten zwar keinen Zucker, dafür sind sie aber meist sehr fetthaltig, was Übergewicht natürlich weiter fördern kann.
Cholesterinsenkende Lebensmittel?
In der Werbung werden Margarinen und Milchprodukte angepriesen, die den Cholesterinspiegel senken können. Diese sind aber wirklich nur für Diabetiker – ebenso Nicht-Diabetiker – geeignet, bei denen ein zu hoher Cholesterinwert festgestellt wurde. Wenn zusätzlich Cholesterin senkende Medikamente eingenommen werden, sollte mit dem Arzt geklärt werden, ob derartige Cholesterin senkende Lebensmittel verzehrt werden dürfen. Wenn sonst eine gesunde und fettarme Ernährung stattfindet, sind solche Lebensmittel völlig unnötig.