Die Drogentherapie als letzter Ausweg

Wie man durch Drogentherapie dem Teufelskreis entkommt und sein Leben wieder in geregelte Bahnen lenken kann


Spätestens seit den Anfängen der Industrialisierung haben die Suchthilfe und die damit verbundenen Maßnahmen grundlegend an Bedeutung gewonnen. Zur damaligen Zeit handelte es sich jedoch lediglich um die Behandlung von Alkoholproblemen, woraus sich jedoch bis heute ein differenziertes Hilfesystem entwickelt hat, welches durch stetige Veränderung und Verbesserung optimiert wird. Hierbei stellt die stationäre Drogentherapie eine Entwöhnungsbehandlung dar, die nach der Entgiftung die Abstinenz von Drogen dauerhaft machen und die Abhängigkeit beenden soll. Dabei wird nicht nur der Behandlung von Schädigungen des Körpers durch den Konsum Beachtung geschenkt, sondern auch die Auslöser des Substanz-Missbrauchs behandelt. Die häufigste Ursache werden hierbei psychische Probleme benannt. Eine Therapie wird von den Patienten freiwillig in Anspruch genommen, wodurch es ihnen jeder Zeit frei steht ob sie diese vollenden oder abbrechen wollen.

Grundvoraussetzungen
Die Drogentherapie findet hauptsächlich in einer therapeutischen Gemeinschaft statt. Das bedeutet, dass, wie in einer Wohngemeinschaft, ungefähr 25 bis 30 Menschen zusammen in einem Haus Leben. Durch die sich aufbauenden zwischenmenschlichen Beziehungen und das Gemeinschaftsgefühl durch eine ähnliche Vergangenheit, können sich die Patienten untereinander motivieren und somit die Chance auf eine Zukunft ohne Drogen erhöhen. In der Einrichtung hat dabei jeder verschiedene Aufgaben zu erfüllen und für einen jeweiligen Bereich Verantwortung zu übernehmen, beispielsweise bei der Küchenarbeit, dem Putzdienst, der Versorgung der Tiere und ähnliches. Bei dieser Arbeitstherapie sind, wie in der gesamten Wohngemeinschaft, Drogen (inklusive Alkohol) und Gewalt absolut verboten.

Ablauf
Im Normalfall beträgt die Dauer der Drogentherapie sechs Monate und wird im Anschluss meist um eine dreimonatige Adaptionsphase verlängert. Die eigentlichen psychotherapeutischen Maßnahmen einer Drogentherapie finden in Kleingruppen, also mit acht bis zwölf Patienten statt, wobei die Gruppe selbst ein Lern- und Erfahrungsfeld darstellt. Darüber hinaus können, können in vielen Therapieeinrichtungen Einzelgespräche mit den Betroffenen stattfinden, bei denen häufig auch die Familienmitglieder eingeladen werden. Die Arbeits- und Gruppentherapie stellen jedoch nur einen Teil der Maßnahmen zur Drogenabstinenz dar, denn die Patienten lernen durch verschiedene Freizeitaktivitäten und erlebnispädagogischen Angeboten, wie man sich in eine Gruppe integriert, soziale Kompetenzen aufbaut und wie man sich erfolgreich von der Sucht ablenkt um diese zu besiegen. Dafür bieten sich vor allem Zeltausflüge, sowie Kletterangebote und Fahrten mit dem Kanu an. In vielen Einrichtungen ist die Teilnahme an Sportangeboten wie beispielsweise Volleyball, Fußball, Krafttraining usw. sogar zur Pflicht geworden. In der folgenden Adaptionsphase wird sehr viel Wert auf die zunehmende Selbstständigkeit der Betroffenen gelegt. Hierbei stehen für den Patienten drei Hauptaspekte im Mittelpunkt. Darunter zählt die Wohnungssuche als Grundlage für den Einstieg in ein normales Leben. Ein weiterer Aspekt der Sozialisation liegt in der Suche einer Arbeitsstelle bzw. einer Beschäftigung, um eine selbstständige Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern zu gewährleisten. Darüber hinaus wird dem Patienten aufgetragen, sich für die Zeit nach der Therapie um eine Nachsorge zu bemühen, wodurch Rückfälle vermieden und eine dauerhafte Drogenabstinenz gefördert wird.
In Deutschland gibt es verschiedene Einrichtungen für eine Drogentherapie, die unterschiedliche, gesellschaftliche Gruppen anspricht. So gibt es Einrichtungen speziell für Frauen, für Männer, für beide Geschlechter sowie für Mütter die ihre Kinder mit unterbringen müssen, als auch Einrichtungen, die in verschiedene Altersstufen gestaffelt sind.