Die Emanzipation der Frau

Im Zuge der Emanzipation der Frau, wurden zumindest in der westlichen Welt viele der Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen beseitigt.


Über viele Jahre hinweg war die Rolle der Frau eine untergeordnete, unterdrückte. Vornehmlich war sie für die Kindererziehung und den Haushalt zuständig, während der Mann als Herr im Haus arbeiten ging und für den Lebensunterhalt der Familie sorgte. Frauen hatten daher nicht viel zu sagen, egal ob in Bezug auf die allgemeine Arbeitswelt oder in Hinsicht auf politische Fragen und Diskussionen. Als Frauen später begannen auch außer Haus zu arbeiten, wurde die Ungleichheit zwischen Frauen und Männern deutlich spürbar. Geringeres Einkommen trotz harter Arbeit sowie die Kluft zwischen Arbeitswelt und der Versorgung der eigenen Familie stellten die Frauen vor kaum überwindbare Hindernisse.

Die langsame Emanzipation der Frau
Der Prozess der Emanzipation setzte sich schleichend durch. Die ersten Ansätze fanden im Zuge der französischen Revolution statt, die Frauen forderten unter anderem ein Recht auf Erwerbsarbeit, Bildung sowie ein Recht auf aktives und passives politisches Handeln. In Deutschland hingegen begann das Umdenken der Frauen erst gegen Mitte des 19. Jahrhunderts. Ziele waren vor allem die Befreiung der Frauen von der Abhängigkeit des Mannes. Viele der Frauen, die den Mut hatten sich gegen die alten gesellschaftlichen Strukturen aufzubäumen, wurden damals spöttisch als Emanzen bezeichnet.

Die zweite Welle der Emanzipation der Frau
Eine zweite Welle der Frauenbewegung fand während der Fünfzigerjahre statt, zu einer Zeit in welcher sich ein genereller Wertewandel und gesellschaftlicher Umbruch abspielte. In Deutschland sowie in den USA wurde sie im Zuge der neuen Linken im Rahmen des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) zu einer neuen sozialen Bewegung. In den USA wurde die Bewegung vor allem durch die Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner sowie durch die Proteste gegen den Vietnamkrieg inspiriert. Markante Themen die damals zur Debatte standen, galten vor allem dem Schwangerschaftsabbruch unter dem Motto „Mein Bauch gehört mir“ sowie der Sexualität und dem Missbrauch.

Die dritte Welle der Frauenbewegung
In den USA der 1990er Jahre entstand eine neue Welle einer Frauenbewegung, die sich vor allem als eine Art Antwort auf den damals populären Antifeminismus verstand. Der Feminismus wurde als veraltet abgetan, weil er angeblich all seine Ziele erreicht hätte. Die Zielsetzung der dritten Frauenbewegung orientierte sich stark an den Zielen der zweiten Phase und sieht sich auch jetzt noch nicht verwirklicht. So geht es weiterhin um die Infragestellung der Geschlechteridentitäten sowie der Sexualität. Während viele junge Frauen heutzutage den Feminismus als überholt empfinden, so gestehen dennoch viele der Frauen ein, eine Gleichberechtigung der Geschlechter, insbesondere in der Arbeitswelt, noch keinesfalls als verwirklicht zu sehen.