Die fünfziger Jahre: Mode für die Jugend

Die fünfziger Jahre sind geprägt von Aufbruch und Euphorie und gezeichnet durch Prüderie. Vom Blickwinkel der Mode aus gesehen war es ein aufregendes Jahrzehnt.


Während gesetztere Damen und Herren über Kleidung vor allem versuchten, den eigenen Status auszudrücken, entdeckten Teenager das erste Mal eine eigene Mode für sich. Dementsprechend groß ist die Kluft zwischen Herren- und Damenbekleidung und der Mode für die Teenagergeneration in den fünfziger Jahren.

Statusbewusst und feminin: Die Damenmode

  • Typisch für die Dame der fünfziger Jahre sind figurbetonte Kostüme für den Alltag und leichte Sommerkleider für legere Anlässe. Hosen wurden nur zum Sport getragen und dann, wenn möglich die wadenlange Caprihose. Nylonstrümpfe waren teuer und deswegen Objekte der Begierde. Erklärtes Ziel war es, stets korrekt gekleidet zu sein, also damenhaft und elegant zu wirken. Deswegen waren Absätze und Handschuhe ebenso wie eine Kopfbedeckung Pflicht. Man sehnte sich nach den Abendroben von Sissy und bewunderte das Hochzeitskleid von Grace Kelly. 
  • Doris Day gab vor, wie sich eine züchtige elegante Frau zu kleiden und zu verhalten hatte. Die Mode wurde in Paris gemacht, jedoch nicht zwangsläufig vom Massenpublikum übernommen. Vielleicht waren viele auch verwirrt über die schnell aufeinanderfolgenden Trends: Nach der A-Linie, also schmalen Schultern, einer tiefsitzenden Taille und einem stark ausgestellten Rock folgte schnell sowohl die H-Linie als auch die Y-Linie.

Petticoats und Nikituch: Das trug die Jugend

  • Mit der Mode der Erwachsenen wollte die Jugend möglichst wenig zu tun haben – in den fünfziger Jahren ist das erste Mal die Rede von Teenagern. Und die wollen sich auch modisch von der Elterngeneration abgrenzen. Weitschwingende Petticoats und neckische Nickitücher, also kleine viereckige Halstücher, sind wahre Must-haves der Dekade. Trägt man Hosen, dann sehr enge Caprihosen, Oberteile sind meist enge Blusen und Twinsets, also ein Pullover mit einer ähnlichen Weste.
  • Typische Schuhe sind entweder die flachen Ballerinas, aber auch Pumps mit hohen Absätzen, oft kombiniert mit weißen Söckchen. Die Teenager orientieren sich dabei vor allem an Schauspielerinnen wie Gina Lollobrigida, Anita Ekberg, Rita Hayworth, Sophia Loren oder an der kurvigen Brigitte Bardot, die sowohl den Pferdeschwanz als auch Petticoatkleider beliebt machte. Der Gegenentwurf zur üppigen Frnzösin ist die zierliche Audrey Hepburn, die enge Hosen mit weiten Pullovern kombiniert. Auch dieser Look wird millionenfach kopiert.

Der Look der Teenager

  • Bei Männern ist die V-Linie en vogue: Breite Schultern und schmale Hüften sind Pflicht bei den Halbstarken. James Dean hat es vorgemacht: Sie tragen Jeans, dazu eine schwarze Lederjacke oder eine Jeansjacke. Dazu gehören schwarze Hemden oder weiße T-Shirts. 
  • Schuhe sind möglichst spitz zulaufend. Elvis Presley bringt in den Fünfzigern übrigens nicht nur den Rock 'n' Roll nach Deutschland – auch die Elvis-Tolle verbreitet sich dank ihm rasend schnell. 

Das hat sich gehalten

  • Revivals der fünfziger Jahre gibt es immer wieder: Auch heute scheint es eine Sehnsucht nach Sicherheit zu geben, also wird am Bekannten festgehalten. Ballerinas sind seit Jahren ein wahrer Dauerbrenner an Frauenfüßen, Retro-Schmetterlingsbrillen finden sich bei jedem Optiker. Wer den Look nachmachen will, muss jedoch ein bisschen mehr tun.
  • Besorgen Sie sich dunkelblaue Jeans, krempeln sie diese um, dazu kombinieren Sie beispielsweise Hawaiihemden oder andere Muster. Auch ein weich fleißendes Kleid mit Polka Dots, also Pünktchen, ist typisch für den Fifties-Look. Dazu tragen Sie am besten knallrote Lippen und Fingernägel und einen wippenden Pferdeschwanz.