Die gemeine Florfliege: Insekt des Jahres '99

Wenn Sie die Florfliege als kleinen grünen Mitbewohner haben, dann lassen Sie ihn bloß am Leben.


Nützlinge sind eine tolle, natürliche und vor allen Dingen eine umweltfreundliche Art, seinen Garten vor Schädlingen wie Blattläusen, Spinnmilben oder anderen Insekten zu schützen. Diese garteneigene Schutzpolizei braucht nur wenig, um am Arbeiten gehalten zu werden. Allen voran einen für sie geeigneten Lebensraum, den sie gerne bevölkern möchten.
Am beliebtesten unter den Nützlingen, weil sie einen besonders hohen Appetit auf Blattläuse mitbringt, ist die Florfliege. Diese wurde 1999 zum Insekt des Jahres gekürt und gehört zur Gattung der Netzflügler und wird oftmals mit Eintagsfliegen verwechselt. Sie hat einen grell-grünen Körper, lange Flügel und metallische Augen, die wie Gold glänzen. Das beschert ihr auch den Namen Goldauge.

Von Geburt an hungrig
Nicht nur die ausgewachsene Florfliege frisst gerne Blattläuse. Auch ihre Larven haben einen hohen Appetit auf die kleinen Blattsauger. Nachdem das Florfliegen-Weibchen 100 bis 900 Larven an sogenannten Eierstielen an die Blätter gelegt hat, schlüpfen die Larven nach ein paar Tagen. Diese sind weitestgehend orientierungslos, laufen aber dennoch sofort los, mit wild hin und her schwenkendem Kopf, um sich Blattläuse als Nahrung zu besorgen. Stößt ihr Kopf dann an einen Gegenstand, wird durch den Berührungsreiz der Kieferreflex ausgelöst, der dazu führt, dass die Blattlaus hoffnungslos dem Tod geweiht ist.

Geschmäcker sind verschieden
Aber nicht alle Arten ernähren sich von kleinen Insekten. Neben der gemeinen Florfliege gibt es andere Arten, die sich nur von Pollen, Nektar und Honigtau ernähren. Falls Sie also Florfliegen in Ihren Garten setzen wollen, so achten Sie darauf, dass es diese Art ist, die auch Insekten frisst.
Auch der Appetit der Florfliege ist von Art zu Art unterschiedlich. Manche fressen bis zu 100 Blattläuse am Tag, andere hingegen schaffen in ihrer ganzen Entwicklungsgeschichte nur diese Anzahl. Bei der Chrysopidae-Art, also der gemeinen Florfliege, ist man aber auf der sicheren Seite. Sie ist ein wahrerer Nimmersatt, wenn es um die kleinen Blattsauger geht.

Kein Australien-Fan
Ganz besonders an der Florfliege ist, dass sie einen Farbwechsel durchmacht. Dieser beginnt kurz vor der Überwinterung. Dann legt die Florfliege ihr schönes Grün ab und wird Braun. Dies hat natürlich den Sinn, dass im Winter das schöne grüne Laub der Blätter nun nicht mehr vorhanden ist und eine grüne Färbung des Insekts gnadenlos Räuber anziehen würde. Braun ist dann überlebensfreundlicher. Die Florfliege ist auf der ganzen Welt zu Hause. Außer in Australien, dort gibt es sie nicht.