Die gesetzliche Rente - ein Klassiker

Informationen zum Altersvorsorge Modell der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV), zu Ansprüchen und Leistungen für die Private und Gesetzliche Rente.


Wer in Deutschland bei einem Arbeitgeber sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist, zahlt automatisch in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Die Beiträge werden vom Bruttogehalt abgezogen, so dass der Arbeitnehmer keine Wahlmöglichkeit hat. Diese Zwangsteilnahme dient letztlich der Finanzierung der Renten aller Beschäftigten in Deutschland und beruht auf dem Solidarprinzip.

Pflichtversicherte: Gesetzliche Rente
Zu den Pflichtversicherten gehören neben den abhängig Angestellten zum Beispiel Wehr- und Zivildienstleistende, diverse Selbständige, wie Hebammen, Publizisten oder Künster und Gewerbetreibende, sofern sie keine sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen. Selbständige, die nicht der Sozialversicherungspflicht unterliegen, können sich freiwillig (per Antrag) versichern. Ebenso alle Personen ab dem 16. Lebensjahr und
Berufsgruppen, die nicht verpflichtet sind, eine GRV abzuschließen (z. B. Beamte, Richter, Berufs- und Zeitsoldaten).
Berufsgruppen, wie Ärzte, Architekten, Ingenieure oder Rechtsanwälte können sich von der Versicherungspflicht befreien lassen.

Wie die gesetzliche Rentenversicherung funktioniert
Die gesetzliche Rentenversicherung ist ein wichtiger Bestandteil des deutschen Sozialversicherungssystems, das insgesamt fünf Zweige hat, und dient der Absicherung der abhängig Beschäftigten. Ihre Grundlage hat die "GRV" im Sozialgesetzbuch VI (SGB VI). Die GRV basiert auf dem Generationenvertrag. Dessen ursprüngliche Idee war es, dass jeder abhängig Beschäftigte die Renten derer bezahlt, die aus dem Erwerbsleben ausscheiden, und dabei gleichzeitig einen Anspruch auf seine eigene spätere Rente erwirbt. Dieses Verfahren wird Umlageverfahren genannt. Mit Vollendung des 65. Lebensjahres ist in Deutschland das Renteneintrittsalter erreicht. Jeder Versicherte kann vorzeitig bzw. später in Rente gehen. Beantragt er die Rente vor Vollendung des 65. Lebensjahres, fällt diese entsprechend geringer aus. Arbeitet er länger, erhöht sich seine Rente.

Am 29. November 2006 hat die Bundesregierung beschlossen, das Rentenalter bis zum Jahr 2029 stufenweise auf 67 Jahre anzuheben. Diese Neuregelung muss vom Bundestag noch verabschiedet werden.

Das Solidarprinzip der gesetzlichen Rentenversicherung: Altersvorsorge für jeden
In der GRV bilden alle Beitragszahler, wie es fast alle Arbeitnehmer, Arbeitgeber und viele Selbständige in Deutschland sind, eine Solidargemeinschaft. Sie finanzieren die Renten der jetztigen Rentner und erwerben gleichzeitig einen Rechtsanspruch auf ihre eigene zukünftige Rente. Zudem unterstützt die Solidargemeinschaft die Rentner, indem sie Leistungen zur Rehabilitation trägt und Zuschüsse zu deren Krankenversicherungen gibt. Die Versichertenbeiträge werden nicht angespart, sondern sofort wieder für die laufenden Ausgaben verwendet (siehe Generationenvertrag und Umlageverfahren).

Vorteile des Systems: Es kann flexibel auf unvorhergesehene Situationen reagieren. Die deutsche Wiedervereinigung, für die zusätzlich eine große Geldsumme benötigt wurde, ist dafür ein gutes Beispiel. Inflation oder Krisenzeiten können ebenfalls flexibles Reagieren erforderlich machen. Schnelle Verfügbarkeit des Geldes aus den laufenden Beiträgen ist ein großes Plus dieses Systems.

Nachteile des Systems: Der demographische Wandel, hohe Arbeitlosigkeit und eine geringe Geburtenrate in Deutschland haben dazu geführt, dass der Generationenvertrag in seiner damaligen Form nicht mehr funktioniert und die gesetzliche Rente allein zur Alterssicherung nicht mehr ausreicht.

Die fünf Zweige der Sozialversicherung
1. Die gesetzliche Krankenversicherung, Einführung 1883 im wilhelminischen Kaiserreich.
2. Die gesetzliche Unfallversicherung, die im Jahr 1884 eingeführt wurde.
3. Die gesetzliche Rentenversicherung folgte 1891.
4. Die gesetzliche Arbeitslosenversicherung kam 1927 hinzu.
5. Die gesetzliche Pflegeversicherung bildet seit 1995 den fünften Zweig.

Die fünf Zweige der gesetzlichen Sozialversicherung sollen dem Arbeitnehmer Schutz gegen krankheitsbedingten Einkommensausfall, Unfall, verminderte Erwerbsfähigkeit, Alter und Arbeitslosigkeit bieten. Die Kosten von Pflegebedürftigkeit werden ebenfalls getragen. Durch die Zahlung von Beiträgen, erhalten der Arbeitnehmer und dessen Arbeitgeber Anspruch auf Leistungen aus diesen Sozialversicherungen. Bei der Kranken- und Rentenversicherung zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils die Hälfte des Gesamtbeitrags. Für die Unfallversicherung kommt der Arbeitgeber allein auf. Zusätzliche Mittel kommen aus dem Bundeshaushalt. Sie dienen der Renten- und Arbeitslosenversicherung zur Erfüllung zusätzlicher Aufgaben.

 

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