Die Haselmaus - ein Steckbrief

Die Haselmaus lebt in dichten Laubwäldern, hält Winterschlaf und ernährt sich von Pflanzen, Nüssen und Insekten


Die Haselmaus ist ein nachtaktives Nagetier, zählt zur Gattung der Bilche und ist somit keine Maus im biologischen Sinn, wie der Name vermuten lassen würde. Zu ihren nächsten Verwandten zählt der Siebenschläfer, der ebenfalls in Deutschland beheimatet ist. Das knapp 15 Zentimeter große Tier wiegt zwischen 15 und 40 Gramm. Seine Färbung ist gelb- bis rotbraun mit Ausnahme eines weißen Fleckes an Kehle und Bauch.

Lebensraum und Verbreitung
Der Nager bewohnt Laub- und Mischwälder und bevorzugt reichen Buschbestand. Besonders beliebt sind Haselsträucher, woher das Tier auch seinen Namen hat. In artenreichen Waldsäumen und Hecken findet es Unterschlupf und ausreichend Nahrung. Beheimatet ist die Haselmaus ausschließlich auf dem eurasischen Kontinent. Vermehrt zu finden ist sie in Mittelgebirgen und ein oft regional beschränktes Vorkommen ist zu beobachten. In Großbritannien, Irland, der iberischen Halbinsel und großen Teilen Skandinaviens fehlt diese Gattung völlig.

Lebensweise und Nahrung
Das nacht- und dämmerungsaktive Tier ist sehr scheu, hält sich meist im dichten Gebüsch auf und man bekommt es nur selten zu Gesicht. Die geschickten Kletterer meiden größtenteils den Bodenkontakt. Die kleinen Nager bewohnen Baumhöhlen oder selbstgebaute Kugelnester und verständigen sich mit ihren Artgenossen hauptsächlich über ihren Geruchssinn. Die für ein Tier dieser Größe ziemlich hohe Lebenserwartung beträgt vier bis sechs Jahre. Von Oktober bis April hält die Haselmaus aus Nahrungsmangel einen Winterschlaf. Meistens gräbt sie sich in Laub und lockeres Erdreich ein, manchmal benützt sie aber auch frostgeschützte Baumhöhlen oder Nistkästen. Zu einer Kugel zusammengerollt, sinken ihre Körpertemperatur auf knapp über Null Grad und der Herzschlag und die Atemfrequenz wird stark gesenkt. Über die Wintermonate verliert das Tier etwa die Hälfte seines Gewichts. Die mit einem Jahr geschlechtsreifen Nager paaren sich kurz nach dem Winterschlaf. Nach einigen Wochen Trächtigkeit bringt das Weibchen zwischen zwei und sieben Junge zur Welt. Auf dem abwechslungsreichen Speisezettel der Nager stehen Knospen, Blüten, Samen, Früchte und Beeren aber auch Insekten, Würmer oder Schnecken. Im Herbst kommen noch die verschiedensten Nusssorten hinzu, welche für den nötigen Winterspeck sorgen.

Feinde und Gefährdung
Zu den natürlichen Hauptfeinden des Tiers zählen Füchse, Wiesel, Eulen und verschiedene Greifvögel. Im Winterschlaf droht auch von Wildschweinen Gefahr. Auf Grund des stetigen Verschwindens von Bewaldungen und Sträuchern aus der Landschaft verliert die Haselmaus nach und nach ihren Lebensraum und gilt mittlerweile in einigen Regionen als gefährdet.