Die Kamelie: Pflegehinweise

Die bezaubernde ostasiatische Schönheit Kamelie lässt uns schon im Winter vom Frühling träumen.


Oftmals wird die Kamelie, lateinisch Camelia Japonica, als zickige und schwer zu haltende Schönheit angesehen. Gerüchte über Blatt- und Knospenfall, nachdem man die Pflanze gedreht oder gar versetzt hat, halten sich hartnäckig, gehören aber schlichtweg ins Reich der Märchen. Da diese Pflanze längere Ruhepausen einlegt, werden Pflegefehler meist erst Wochen später bemerkt und dann mit einer eher zufälligen Aktion, wie zum Beispiel das Versetzen beim Fensterputzen, in Verbindung gebracht. Dabei sind Kamelien sehr zuverlässig und recht einfach zu halten, wenn man Einiges beachtet. Die Pflanze stammt aus der Familie der Teestrauchgewächse, lateinisch Theaceae. Sie ist im ostasiatischen Raum beheimatet, wächst dort als großer, immergrüner Strauch und kann durchaus eine Höhe von neun bis elf Metern erreichen. In China sind Exemplare bekannt, die um die tausend Jahre alt sind. In Japan werden die Blüten mit Vergänglichkeit oder Tod in Verbindung gebracht und spielen eine Rolle bei höfischen- und Teezeremonien. Handelsreisende brachten bereits im 17. Jahrhundert einige Exemplare nach Europa. Die wohl bekannteste Kamelie Deutschlands gedeiht seit 1801 im Park des Pillnitzer Schlosses bei Dresden.

Standort und Pflege
Die größte Freude wird Ihnen eine Kamelie als Wintergarten-Pflanze bereiten. Sie benötigt im Winter einen Standort, der Temperaturen von etwa zehn Grad Celsius bietet. In dieser Zeit wird auch sparsam gegossen, nur etwa alle ein bis zwei Wochen. Durch den Standplatz im Wintergarten, bekommt die Kamelie auch ausreichend Licht in dieser Phase. Liegt die Temperatur darüber, beginnt die Pflanze bereits bei 15 Grad ihre Knospen und Blätter abzuwerfen. Bei Temperaturen über 20 Grad stirbt sie sehr schnell ab. An den wunderschönen Blüten, die je nach Sorte zwischen 8 und 15 Zentimeter groß sind, kann man sich zwischen November und März erfreuen. Sie sind in allen Farbtönen erhältlich, von Weiß über Rosa bis zum tiefsten Rot. Nach der Blüte kann man einen stickstoffbetonten Dünger geben. Von Langzeitdünger sollte man, aufgrund der längeren Ruhephasen, eher absehen und auch ein Schnitt ist nicht nötig. Ab April oder Mai darf die Kamelie dann hinaus ins Freie. Ein sonniger Platz und viel Wärme ist nun Ideal. Das regt den Blütenansatz an. Aber bitte vor starker Mittagssonne schützen! Wenn dann im September oder Oktober die Nässeperiode einsetzt, ist der Umzug ins Winterquartier angezeigt. Obwohl man den Wurzelballen gleichmäßig feucht halten soll, ist stauende Nässe Gift für die Kamelie. Wurzelfäule wäre dann die Folge und die Pflanze kränkelt.

Zimmerstandort
Die Haltung in warmen Räumen ist eine eher unglückliche Idee. Besser gewählt wäre dagegen ein Standort in einem hellen aber kalten Flur. Mit einer erhöhten Temperatur geht aber auch ein gesteigerter Wasserverbrauch einher. Deshalb sollte täglich die Bodenfeuchte kontrolliert werden! Da die Lichtausbeute in den Wintermonaten oft nur acht Stunden pro Tag beträgt, macht sich die Anbringung einer zusätzlichen, speziellen Lichtquelle bezahlt. Mittels einer Zeitschaltuhr lässt sich so die Zahl der „Sonnenstunden“ auf 16 erhöhen. Die Pflanze setzt unter diesen Bedingungen aber nicht ganz so viele Blüten an und auch die Dauer der Blüte verkürzt sich. Im Sommer darf die Kamelie dann auf den sonnigen Balkon.

Freilandstandort
Kamelien ins Freiland auszupflanzen ist immer ein Risiko und in den meisten Gegenden Deutschlands nicht möglich. Am ehesten noch in den winterwarmen Gebieten im Nordwesten oder am Oberrhein. Aber auch dort benötigen sie einen besonderen Schutz vor Frost und starken Winden. Wer plant eine Kamelie ins Freie auszupflanzen, sollte auch schon einige Erfahrung im Umgang mit diesen Schönheiten mitbringen.