Die Kinderlähmung Impfung - Immernoch wichtig

Auch wenn die Krankheit weitestgehend verdrängt ist, wird Eltern weiterhin empfohlen, ihre Kinder impfen zu lassen. Reisen in Gebiete wie Nigeria, Indien oder Ägypten versprechen noch immer keine Sicherheit, deshalb ist eine Kinderlähmung Impfung immer angebracht


Mit diesem Werbeslogan wurde 1962 die Schluckimpfung gegen Kinderlähmung eingeführt. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, denn die Krankheit konnte durch den weit verbreitenden Impfschutz vollständig zurückgedrängt werden. Der Erreger der Kinderlähmung, das Poliomyelitis-Virus, ist nämlich hochinfektiös und befällt bevorzugt die Nervenzellen im Rückenmark, die die komplette Muskulatur kontrollieren. Schon wenige Stunden nach der Ansteckung kann ein Mensch den Virus auf andere übertragen. In vielen Fällen beschreibt sich der weitere Krankheitsverlauf der Kinderlähmung wie ein grippaler Infekt mit Durchfall. In einem Prozent, besonders bei Erwachsenen, bleiben jedoch Schäden wie die Lähmung von Armen, Beinen und der Atmung zurück. Kinderlähmung kann auch eine Schädigung des Gehirns verursachen.

Polio Impfung wichtig
Auch wenn die Kinderlähmung heutzutage weitestgehend eingedämmt ist, sollten Eltern ihre Kinder dennoch weiterhin impfen lassen. Denn gerade Fernreisende können die Krankheit immer mal wieder einführen. Zwar gelten Europa, Nordamerika, Südamerika im Pazifikraum, China, Indochina und Australien als poliofrei, dennoch bietet erst die Kinderlähmung Impfung einen absolut sicheren Schutz gegen die Krankheit. Leider teilen in Deutschland immer wieder Eltern diese Ansicht nicht und deswegen kommt es auch hier immer wieder zu neuen Erkrankungsfällen.

Größte Ansteckungsgefahr in Afrika
99 % aller neuen Erkrankungen treten in Ländern wie Nigeria, Ägypten, Indien und Pakistan auf. Auch Afghanistan, Niger und Somalia gelten als Risikoländer für die Kinderlähmung. Die Infektion von Mensch zu Mensch erfolgt über Tröpfchen- oder Schmierinfektionen. Aber auch über Toilettenanlagen und verunreinigte Lebensmittel kann man sich anstecken.

Auffrischung nur in Ausnahmefällen nötig
Daher wird die Impfung von der Ständigen Impfkommission (STIKO) bei allen Kindern bis zum 18. Lebensjahr empfohlen. Als Erwachsener muss man die Impfung nur dann auffrischen, wenn man zum infektionsgefährdeten Personenkreis gehört. Beispiele hierfür sind medizinisches Pflegepersonal oder Fernreisende.

Heute wird gespritzt
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unternimmt derzeit den Versuch, durch gezieltes Impfen auch in ärmeren Ländern, die Krankheit weltweit auszurotten. Geimpft wird mit einem Totimpfstoff. Allerdings wird heutzutage die früher übliche Schluckimpfung nicht mehr durchgeführt. Die abgetöteten Poliomyelitis-Viren werden in den Muskel gespritzt.