Die klassische Eiweißquelle Fleisch

Von klein auf hören wir, dass regelmäßig Fleisch und Fisch essen zu einer gesunden Ernährung unbedingt dazu gehört und die wichtigsten Eiweißlieferanten sind. Dass dies aber veraltete Ammenmärchen sind, stellen leider nur wenige und erst als Erwachsene fest.


Fleisch und Fisch gehören bei ungefähr 90 Prozent der Menschen in Deutschland zur festen Ernährung dazu. Bei vielen stehen Fleisch und Fleischerzeugnisse täglich auf dem Speiseplan, weil sie es von Kindheit an nicht anders kennen. Zudem essen die meisten industriell stark verarbeitete und mit Zusatzstoffen veränderte Fleischerzeugnisse, die geschmacklich so verändert sind, dass sie schlicht suchterregend wirken. Fragt man den eigenen Hausarzt nach Rat, so erhält man zumeist ebenfalls die bestätigende Antwort, dass regelmäßig Fleisch und Fisch eine ausreichende Eiweißzufuhr sichern und überhaupt ernährungsphysiologisch hochwertige Proteine liefern. Doch wie geht der Körper eigentlich mit diesem Eiweiß um und welche Auswirkungen haben die Zusatzstoffe bei der Eiweißaufnahme?

Die biologische Wertigkeit
Fleischeiweiß enthält alle essentiellen Aminosäuren in einem, dem menschlichen Eiweiß relativ ähnlichen, Verhältnis. Daher wird die biologische Wertigkeit meist mit einem Wert um 80 bis 90 angegeben, wobei dies je nach Körperteil leicht variiert. Das heißt, dass der Körper aus 100 Gramm Fleischeiweiß 90n Gramm Körper-Eiweiß bilden kann. Weiterhin wird Fleisch als ein guter Lieferant für Vitamin B12 und die Mineralien Zink, Selen und Eisen beschrieben. Im Rahmen der Diskussion um Blut-Cholestrin und einer fettreduzierten Ernährung, wird empfohlen auf mageres Muskelfleisch, beziehungsweise magere Fleischsorten zurückzugreifen. Weiterhin soll man Fleisch anderen Fleischerzeugnissen und Wurstwaren vorziehen, da diese einen wesentlich höheren Fettanteil haben. Außerdem haben sie einen hohen Gehalt an Nitritpökelsalzen, welche als krebserregend und erbgutschädigend gelten. Die außerdem enthaltenen Purine werden zu Harnsäure abgebaut. Da aber der Gehalt in Fleisch sehr hoch ist, führt eine langfristiger regelmäßiger Fleischkonsum zu einer Störung des Harnsäurestoffwechsel und somit zu Gicht.

Problematische Seite des Fleischeiweißes
Durch die, dem menschlichen Eiweiß ähnlichen, Aminosäuren-Zusammensetzung im Fleisch, spricht man von besonders gut und leicht verdaulichen Eiweiß. Das stimmt allerdings so nicht. Der Körper kann mit Eiweiß in dem Sinne nichts anfangen und muss dieses immer erst in die einzelnen Aminosäuren zerlegen, um es anschließend als körpereigenes Eiweiß wieder zusammenzusetzen. Dieser „extra“ Schritt führt zu einer längeren Verdauung. Das Fleisch bleibt länger im Darm und gerade bei empfindlicheren Menschen und bei hohem Fleischkonsum kommen Verdauungsschwierigkeiten, wie Blähungen oder Verstopfung zustande. Da in der westlichen Gesellschaft zudem auch übermäßig viel Fleisch gegessen wird, ist die Übersäuerung des Körpers und Reizung der Verdauungsorgane ein weiteres Problem, welches Krankheiten wie Magen-Darm-Krebs, auslösen kann.

Speicherung von Giftstoffen
Unbehandeltes und nicht überzüchtetes Industrie-Fleisch ist als „Ausnahme“ auf dem Speiseplan vermutlich keine gefährliche oder ungesunde Nahrung. Nur ernähren wir uns von genau dem Gegenteil: Zu dem nahezu täglichen Fleischkonsum kommt das problematische „Doping“ der Nutztiere. Diese werden mit Wachstumshormonen, Impfungen, Antibiotika und anderen Chemikalien behandelt und speichern zusätzlich dazu all die Herbizide, Pestizide und Fungizide aus der pflanzlichen Nahrung, die sie zu sich nehmen. All dies landet im Tierfleisch gespeichert mit auf den Tellern und in unseren Körpern, wo es sich gravierend auf die Gesundheit auswirkt. Somit ist zumindest das Fleisch, welches wir üblicherweise verzehren, alles andere als ein gesundes Lebensmittel, als vielmehr ein Chemiecocktail. Da rechtfertigt das Argument des Eiweißgehaltes die Empfehlung des Fleischgenusses als Teil einer gesunden Ernährung keinesfalls mehr.