Die Küchenmythen

Was Lebensmittel und Ernährung anbelangt, halten sich eine Menge Irrtümer als ,,Regeln\" im Volksmund. Die meisten Küchenmythen stimmen jedoch ganz und gar nicht.


Jeder kennt sicherlich eine Menge Küchen-Regeln, die man schon als Kind von den Eltern zu hören bekam. Einmal soll man keine Kirschen essen und danach Wasser trinken, dann heißt es wieder nach dem Genuss von Eiscreme, Limonade zu trinken, erzeuge Bauchweh, und viele Unsinnigkeiten mehr. Viele dieser Ratschläge und Küchentipps hat man schließlich nach der Kindheit verworfen, da sie offensichtlich nach ausgiebigem Ausprobieren nicht stimmten. Doch eine Reihe dieser Regeln halten sich bis heute hartnäckig und werden sogar in Kochbüchern und Ratgebern weiterverbreitet. Dass vieles so einfach nicht stimmt, können Sie nun bei uns nachlesen.

Aufgetaute Tiefkühlware
Es heißt einmal aufgetaute Tiefkühlware, darf nicht wieder eingefroren werden, da sich darin Bakterien angesammelt haben. So generell ist dies auf jeden Fall falsch. Aufgetautes wieder einzufrieren ist im Prinzip genauso, als würde es sich um frische Ware handeln. Es sollte lediglich beachtet werden, dass dieses Lebensmittel in der Zwischenzeit im Kühlschrank aufbewahrt wird, da sich ab 10 Grad Bakterien bilden können. Lediglich Vitamingehalt, Farbe und Geschmack können negativ beeinflusst werden. Dies hängt davon ab, wie schnell es wieder eingefroren wird.

Gefährliche Konserven
Bei Lebensmitteln in Konservendosen, soll man diese nach dem Öffnen nicht weiter darin aufbewahren. Angeblich würden sie schneller verderben. Da ist ebenso nichts dran. In Plastikbehältern verderben sie ebenso schnell, beziehungsweise langsam. Wichtig ist eben nur, dass man sie zügig verbraucht und gekühlt aufbewahrt. Bei sauren Lebensmittel kann es aber passieren , dass sie leicht metallisch schmecken, wenn die innere Beschichtung der Dose angekratzt wurde.

Matschige Pommes
Eine Regel für das Gelingen knuspriger Pommes Frites ist das Frittieren bei einer hohen Temperatur. Wenn diese zu niedrig ist, dringt Fett ein und die Pommes werden matschig. Von wegen! Die Temperatur ist nicht der Grund dafür, sondern das Austreten von Wasserdampf aus den Fritten. Dieser ist auch der Grund dafür, dass die Kartoffel nie heißer als 103 Grad wird, unabhängig davon, wie hoch die Frittierhitze ist. Eine hohe Hitze bewirkt vielmehr, dass die Pommes schneller fertig sind, aber auch ungleichmäßig garen.

Eier abschrecken
Die meisten halten sich daran und es klingt eigentlich recht logisch: Abgeschreckte gekochte Eier lassen sich besser schälen. Schön wäre es, wenn man es so beeinflussen könnte, doch leider haben wir so gar keinen Einfluss darauf. Wie gut oder schlecht sich die Schale entfernen lässt, hängt allein von dem PH-Wert des Eiklars ab, der sich zu verändern beginnt, nachdem das Huhn das Ei gelegt hat.

Gesünderer brauner Zucker und Meersalz
Ein sehr hartnäckiges Exemplar der Küchenmythen, kann man fast sagen, ist, dass Meersalz und brauner Zucker die gesünderen Alternativen zu Tafelsalz und raffiniertem Zucker sind. Bei beiden wird gesagt, dass sie die „besseren“ Alternativen sind, da sie auch teurer sind und enthalten angeblich mehr Mineralstoffe. Das stimmt, wenn man ganz exakt ist und auf verschwindend geringe Mengen mehr Mineralien Wert legt. Jedoch sind die schlechteren und besseren Varianten bei Zucker und Salz chemisch völlig identisch. Außerdem stammt das Tafelsalz aus Salzstollen ursprünglich auch aus dem Meer, nämlich, als vor Millionen Jahren große Salzwasserflächen ausgetrocknet sind. Das so viel gelobte Meersalz wird außerdem raffiniert, um den gesetzlich geforderten Natriumgehalt von 100 Prozent zu erhalten, wodurch es das meiste der „Zusatz“-Mineralien (Calcium- und Magnesiumverbindungen) verliert.

Die hier vorgestellten Küchenmythen sind Ludger Fischers Büchern Kleines Lexikon der Küchenirrtümer und Noch mehr Küchenirrtümer entnommen.