Die Leiden des jungen Werther von Goethe: Inhalt

„Die Leiden des jungen Werther“ von Goethe ist einer der größten Erfolge der Literaturgeschichte über die hoffnungslose Liebe zweier junger Menschen.


Der von Johann Wolfgang von Goethe 1774 verfasste Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“ war dessen zweiter großer Erfolg als Autor und ist literaturgeschichtlich der Epoche des "Sturm und Drang" zuzuordnen. Der Roman steht in der Tradition anderer sentimentaler Briefromane. Vergleichbar ist der Werther etwa mit dem Roman "Pamela" von Richardson oder mit "Nouvelle Heloise" des Franzosen Rousseau. Die gesamte Handlung von „Die Leiden des jungen Werther“ von Goethe wird – bis auf das tragische Ende, die der Held des Romans aufgrund seines Freitods nicht mehr selbst beschreiben kann – in Briefform erzählt. Die Briefe richtet der Protagonist Werther an seinen Freund Wilhelm.

Die Suche nach einem Sinn im Leben
In „Die Leiden des jungen Werther“ von Goethe schreibt der Protagonist in den Briefen von seinen Leiden, nicht zu wissen, was er überhaupt im Leben tun soll. Getrieben von diesem zentralen Motiv, kommt Werther in die Stadt W., wo er eine familiäre Erbangelegenheit regeln soll. Es ist für Werther eine gute Gelegenheit, um aus seinem bisherigen Leben und Umgebung auszubrechen. Er streift in der Natur herum und zeichnet. Als er dann zu einem Ball in der fremden Stadt eingeladen wird, begleitet ihn Lotte, Tochter eines bekannten Amtsmannes, in die sich Werther verliebt – obwohl er weiß, dass diese bereits verlobt ist, was er jedoch verdrängt. Werther entdeckt eine beunruhigende Seelenverwandtschaft mit Lotte, gleichsam stürzt ihn seine Liebe in eine tiefe Hoffnungslosigkeit, als Lottes Verlobter Albert zurückkehrt. Albert ist ein bodenständiger und gutmütiger Mann, Werther dagegen voll schwärmerischem Tatendrang, der von seinen Gefühlen übermannt schließlich die Stadt verlässt, um sein eigenes Leiden nicht weiter zu verlängern.

Die Tragik der unbeantworteten Liebe in „Die Leiden des jungen Werther“ von Goethe
Werther erhält einen Gesandtenposten im Dienste eines Grafen, was ihm ermöglicht, sich der unglücklichen Liebe zu Lotte emotional und räumlich zu entziehen. Doch kommt Werther nicht wirklich von Lotte los und bleibt ihr in Gedanken weiter leidenschaftlich verbunden. Die Spießigkeit und beengende Etikette sowie die Ablehnung der adeligen Kaste dort, wo er als Gesandter tätig ist, lassen die Sehnsucht nach Lotte nur noch größer werden. Und so kehrt Werther hoffnungsvoll an den Ort zurück, wo Lotte wohnt. Die ist allerdings mittlerweile mit Albert verheiratet. Werther spürt dennoch, dass auch Lotte ihm immer noch zugeneigt ist, was er als Zeichen deutet, dass diese mit ihrem Mann unglücklich sei. Die Dinge dramatisieren sich, als es tatsächlich zur Annäherung zwischen beiden kommt, wogegen sich Lotte letztendlich jedoch wehrt. Werther verzweifelt und setzt seinem Leben ein Ende.
„Die Leiden des jungen Werther“ von Goethe lösten Ende des 18. Jahrhunderts eine Welle von Selbstmorden unter jungen Menschen aus, weshalb der Roman in seiner Zeit hoch umstritten war.