Die Milz Funktion - ein Schlüsselorgan des Abwehrsystems

Die Milz ist ein faustgroßes und stark durchblutetes Organ, welches sich hinter dem Magen befindet. Die Milz Funktion ist im menschlichen Immunsystem nicht zu unterschätzen.


Von der Milz, dem faustgroßen Organ hinter den Magen, gehen nach schweren Unfällen häufig Blutungskomplikationen aus, die leider zur chirurgischen Organentfernung führen können. Dies ist nicht verwunderlich, ist die Milz doch ein stark durchblutetes Organ. Die rote und weiße Pulpa sind zwei Bereiche der Milz, die nach dem mikroskopischen Bild und nach physiologischen Gesichtspunkte zu trennen sind.

 

Milz Funktion

In der roten Pulpa werden die roten Blutkörperchen abgebaut. Immunologisch hochinteressant ist die weiße Pulpa. Sie ist der Ort, an dem antigen-tragende dendritische Zellen(angeborenes IS) und Lymphozyten (adaptives IS) in Verbindung treten.  In den verschiedenen Regionen der Milz sind T-Lymphozyten (PALS-Region = periarteriolar lymphoid sheath) oder die B-Lymphozyten (B-Zell-Corona-Region) konzentriert. Die immunologische Bedeutung der Milz Funktion wird an den Veränderungen nach einer Splenektomie deutlich. Die Plasmaspiegel der Immunglobuline der Klassen IgM und IgG sind gesenkt. Zusätzlich werden Differenzierungsdefekte der B-Lymphozyten beobachtet. Die Anzahl der zirkulierenden T-Lymphozyten ist reduziert. Die Aktivierung des Komplementsystems und die Phagozytose-Leistung der Makrophagen sind gestört.

Kommunikation des Immunsystem
Kommunikationsvorgänge lassen sich sowohl innerhalb der Zellen des IS als auch mit anderen Organsystemen, insbesondere dem Hormon- und dem Nervensystem beobachten. Von Zellen gebildete Proteine, die über Rezeptoren die Reaktionen anderer Zellen beeinflussen, werden Cytokine genannt. Die von den Lymphozyten gebildeten Cytokine heißen Lymphokine oder Interleukine. Beispielhafte Vertreter der Cytokine sind das Erythropoetin, das IL-2 (T-Zell-Wachstumsfaktor), die TNF-Familie (TNF = Tumor–Nekrose-Faktor) oder die Interferone. Mit modernen immunologischen Untersuchungsverfahren lassen sich die Wirkungen von Biological Response Modifiers (BRM) oder auch Immunological Response Modifiers (IRM), anhand der Produktion von Cytokine darstellen. Hocheffektive Vertreter der BRM sind die Thymus- und Milzpeptide. Interferone, Bakterienlysate, Impfstoffe, Radikale (z.B. Sauerstoff), Hormone, Mineral- und Spurenstoffe (z.B. Zink) und Vitamine (z.B. Ascorbinsäure)sind weitere Beispiele aus der Gruppe von BRM und IRM.

 

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Für die Inhalte dieses Artikels ist der Verfasser Dr. med. Torsten-U. Niecke verantwortlich.