Die Pädagogische Hochschule in Deutschland

Nur noch ein Bundesland beherbergt die gute alte Pädagogische Hochschule: Baden-Württemberg setzt auf praxisnahes Lernen.


Außer Baden-Württemberg haben alle übrigen Bundesländer die Pädagogische Hochschule in ihrer ursprünglichen Form abgeschafft. Stattdessen wird die Lehrerausbildung nun an Universitäten angeboten, die nebenher auch weitere Studienmöglichkeiten, die fernab jeglicher Pädagogik liegen, anbieten. Somit kommt es, dass das Bundesland Baden-Württemberg in der Sparte der pädagogischen Bildung einen sehr guten Ruf vorweisen kann.

Qualität statt Quantität
Pädagogische Hochschulen finden sich in den Städten Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Ludwigsburg, Schwäbisch Gmünd und Schwäbisch Weingarten. Dort wird Studentinnen und Studenten eine qualitativ besonders hochwertige Lehrerausbildung ermöglicht, die nach erfolgreichem Abschluss jegliche Türen öffnen kann. Entgegen der doch eher theoretischen Lehrweise vieler Universitäten, setzt eine Pädagogische Hochschule nämlich ausschließlich auf praxisorientiertes Lehren und Lernen. Einzig und allein Baden-Württemberg scheint verstanden zu haben, dass das Unterrichten von Kindern die Zukunft des eigenen Landes bedeutet. Deshalb wird viel Wert auf ausreichend Schulpraxis in Kombination mit Seminaren in Erziehungswissenschaften, Fachwissenschaften, Fachdidaktik und dazugehörigen wissenschaftlichen Inhalten gelegt. Es besteht demnach ein ausgewogenes Verhältnis aus Praxis und Theorie, das aus den Studenten verantwortungsbewusste Lehrerinnen und Lehrer von morgen werden lässt.

Der Weg zurück in die Schule
Als Abiturient kommt man aus der Schule an die Pädagogische Hochschule, um dort zu lernen, wie man als Lehrer bestmöglich ausgebildet wieder an die Schule zurückkehrt. Durch ausgiebiges Forschen und Beobachten in diversen Praktika und die optimale Vermittlung durch spezialisierte Professoren während der Seminare erwerben die Studenten schließlich Lehrfertigkeiten, mit denen sie sowohl an Grund-, Haupt-, Real- als auch an Sonderschulen optimal für den Schulalltag gerüstet sind. Diese angeeigneten Lehrfertigkeiten werden nach Abschluss des Studiums im anschließenden Referendariat unter Beweis gestellt. Erst dann erlebt der einstige Student den Alltag als Lehrer und kann alles bisher Gelernte in diesen integrieren. In diesem Moment stellt sich heraus, wie gut die Ausbildung durch die Pädagogische Hochschule wirklich war.