Reißt ein Kondom, hat die Pille durch Erbrechen oder Durchfall ihre Verhütungswirkung verloren oder hat man sich zum ungeschützten Geschlechtsverkehr hinreißen lassen? Die Pille danach kann innerhalb von 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden, um so einer ungewollten Schwangerschaft vorzubeugen. Hierbei sollten Sie beachten, die Pille danach ist ein Notfallmittel und kein Verhütungsmittel!
Manipulation des Eisprungs
Die Pille danach ist ein hormonelles Medikament und besteht wie auch die verschiedenen Pillen zur Verhütung auf einem Gestagen-Präparat. Das Mittel wird meist in zwei Tabletten verabreicht. Das Produkt auf Levonorgestrel-Basis verzögert oder verhindert den Eisprung. Allerdings hat die Pille danach keinen Einfluss auf eine bereits eingenistete Eizelle, da dieses Produkt kein Abtreibungsmittel ist.
Erfolgsquote
Die Erfolgschance der Pille danach ist abhängig vom Zeitraum zwischen dem ungeschützten Verkehr und der Einnahme. Je früher das Präparat eingenommen werden kann, desto höher liegt der Erfolg der Wirkung. Das Restrisiko einer Schwangerschaft nach Verabreichung der Notfallpille liegt zwischen fünf und 15 Prozent.
Weiterhin müssen Sie beachten, die Pille danach wirkt einmalig. Auch kurzfristig nach Einnahme ist ein weiteres Verhütungsmittel beim Geschlechtsverkehr anzuwenden.
Nebenwirkungen
Nebenwirkungen nach der Einnahme treten selten auf. Dennoch kann es zu Kopfschmerzen, Bauchschmerzen oder Schmierblutungen kommen. Kommt es bis zu drei Stunden nach Verabreichung zum Erbrechen, ist es sinnvoll die Einnahme zu wiederholen. Eine Kontrolluntersuchung ist unbedingt notwendig. Nicht nur um eine Schwangerschaft auszuschließen, sondern auch um Risiken bei Patienten mit Lebererkrankungen oder vorangegangen Eileiterschwangerschaften zu minimieren.
Verschreibungspflichtig
Die Pille danach ist ein rezeptpflichtiges Medikament, dessen Kosten sich nach ihrem Alter erhöhen. Vor Vollendung des 18. Lebensjahrs bleibt das Produkt bei Kassenpatienten kostenfrei. Ab dem 20. Lebensjahr müssen Sie das Medikament selbst bezahlen. Da in vielen anderen europäischen Ländern die Pille danach auf Grund ihrer guten Verträglichkeit rezeptfrei erhältlich ist, fordern Gesellschaften wie Pro Familia oder die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch in Deutschland eine rezeptfreie Abgabe.