Die Regenbogenfamilie: Zwei Mütter oder zwei Väter

Nicht für die Kinder ist es schwer, eine Regenbogenfamilie zu akzeptieren sondern auch für die Umgebung.


Werden Kinder automatisch schwul oder lesbisch, nur weil sie von homosexuellen Partnern aufgezogen wurden? Manche Vorurteile halten sich dauerhaft – und das aus purer Unwissenheit.
Tatsächlich gibt es keinen Unterschied zwischen einem Kind, das von einem heterosexuellem Paar erzogen wurde oder einem Kind, dessen Eltern homosexuell sind.

Was ist schon normal?
Entscheidend für die Entwicklung eines Kindes ist, dass es geliebt wird, geborgen aufwächst und Unterstützung bekommt. Ob es dies von einer Mutter und einem Vater oder zwei Vätern oder Müttern bekommt, ist vollkommen egal. Alle bisherigen Untersuchungen sind zum gleichen Ergebnis gekommen: Kinder, die von homosexuellen Eltern großgezogen worden sind, sind nicht anders als Kinder mit heterosexuellen Eltern. Sowohl das Geschlechtsrollenverhalten, die sexuelle Orientierung und die soziale Interaktion sind identisch. Auch dass Kinder mit homosexuellen Eltern später oft selbst schwul oder lesbisch werden, stimmt nicht. Die Wahrscheinlichkeit ist genauso hoch oder genauso niedrig wie bei heterosexuellen Eltern.

Wie mit Vorurteilen von außen umgehen?
Probleme, mit denen sich eine Regenbogenfamilie häufig konfrontiert sieht, liegen weniger zwischen Eltern und Kindern, sondern kommen von außen. Oft erleben Kinder große Vorurteile ihren Eltern gegenüber, für sie ist es schwierig, mit dieser Intoleranz umzugehen – schließlich haben sie selbst meist kein Problem damit, dass ihre Eltern „anders“ sind.
Problematisch kann für das Kind jedoch ein spätes Coming-Out der Eltern sein oder wenn die Familienverhältnisse verleugnet werden. Werden die Eltern offen diskriminiert und von nahestehenden Verwandten abgelehnt, die sich komplett zurückziehen, ist das ebenfalls schwierig für das Kind. Auch blöde Fragen in der Schule sind für das Kind nicht immer ganz leicht wegzustecken. Doch sollte man bedenken, dass dies nicht an der Beziehung der Eltern liegt, sondern nur an den Reaktionen der Umwelt.

Offen reden
Besonders einfach ist es für Kinder, die in eine Regenbogenfamilie hineingeboren werden, für sie ist es, insbesondere am Anfang, vollkommen bedeutungslos, dass sie zwei Mütter oder zwei Väter haben. Für Kinder die in einer heterosexuellen Familie aufgewachsen sind, ist die Umstellung schon etwas schwieriger, schließlich müssen sie auch die Scheidung der Eltern verarbeiten. Eltern sollten offen mit ihren Kindern über ihre Gefühle reden. So lernen Kinder ebenfalls mit neugierigen Fragen, Vorurteilen oder Ablehnung umzugehen. Teenagern gibt man am besten die Möglichkeit , sich mit Jugendlichen in der gleichen Situation auszutauschen, ansonsten kann es schnell vorkommen, dass sie sich mit ihren Problemen alleingelassen fühlen.