Die richtige Versteuerung von Weihnachtsgeld

Für alle Arten von Einmalzahlungen sieht das Steuerrecht eine komplizierte Berechnung der darauf anfallenden Steuern vor.


Fachleute behaupten, das deutsche Steuerrecht sei das Komplizierteste der Welt. Auf jeden Fall sind alljährlich Ende November / Anfang Dezember viele Arbeitnehmer sehr enttäuscht, wenn sie feststellen, dass vom Weihnachtsgeld oder 13. Monatsgehalt weit weniger übrig bleibt, als sie erwartet haben. Wer Urlaubsgeld bekommt, macht schon im Sommer die gleiche Erfahrung. Auch andere Einmalzahlungen wie in Großbetrieben üblichen Tantiemen oder Gratifikationen auf den Geschäftserfolg sind in gleicher Weise betroffen. Wer glaubt, dass sich solche Zahlungen steuerlich auf die zwölf Monate des Jahres verteilen ließen und so nur eine geringfügig höhere Steuer anfallen würde, wird enttäuscht. Das Steuerrecht macht das nicht mit. So logisch wie das klingen mag.

Die Versteuerung vom Weihnachtsgeld ist kompliziert

  • Die Regeln für die Versteuerung vom Weihnachtsgeld haben sich insofern geändert, als in früheren Jahrzehnten einen in die Lohnsteuertabelle eingearbeiteten Weihnachtsfreibetrag gab. Der des Steuerrechts unkundige Laie geht erst einmal davon aus, dass er für die ihm in dem jeweiligen Monat zufließende Gesamtsumme die darauf anfallende Lohnsteuer zahlen müsse. Tatsächlich wir aber die Versteuerung von Weihnachtsgeld getrennt vorgenommen.
  • Die Regeln sehen vor, dass die im ablaufenden Jahr angefallene Lohnsteuer summiert wird. Dann werden das auf zwölf Monate Aufgesummte Gehalt und das Weihnachtsgeld zusammen gezählt und die darauf nach den Tabellen entfallende Lohnsteuer berechnet. Die sich daraus ergebende – höhere - Differenz ist die Steuer für das Weihnachtsgeld oder 13. Monatsgehalt.

Wie lässt sich die Versteuerung vom Weihnachtsgeld vermeiden?

  • Die Steuerregeln gelten nicht nur für Weihnachtsgeld oder 13. Monatsgehalt, sondern auch für alle anderen im Laufe des Jahres anfallenden Einmalzahlungen. Das können Urlausgeld oder Tantiemen sein.
  • Überdies fallen für diese Einmalzahlungen die Beiträge zur Sozialversicherung an. Bei denen gibt es allerdings keine Kumulation. Vermeiden lässt sich die Versteuerung vom Weihnachtsgeld nur, wenn mit dem Arbeitgeber durch Betriebs- oder Einzelvereinbarung geregelt wird, dass solche Einmalzahlungen in die entweder vorhandene oder zu schaffende Betriebliche Altersversorgung eingezahlt werden. Dann werden auch keine Beiträge zur Sozialversicherung fällig.
  • Der Nachteil ist natürlich, dass der Empfänger der Einmalzahlungen über den Betrag erst irgendwann in fernen Zeiten verfügen kann. Ob ein solches Verfahren angesichts der gerade wieder anziehenden Inflation sinnvoll wäre, muss jeder selbst entscheiden.