Die Saga vom Eisvolk 9: Der Einsame - eine Buchkritik

Mit der tragischen Figur des Michael Lind geht „Die Saga vom Eisvolk 9“ weiter.


Margit Sandemo hat ihre Geschichten vom Eisvolk bereits zwischen 1982 und 1989 niedergeschrieben. Zunehmend erreicht die Autorin von „Die Saga vom Eisvolk 9“ ein breiteres Lesepublikum außerhalb Skandinaviens und ihre Bücher haben unter Fantasy-Anhängern Kultstatus. Die Familiensaga beginnt im Jahre 1581 mit dem „Zauberbund“, dem ersten Band der Reihe. In ihrer von der Pest gebeutelten Heimat ist die 17-jährige Silje mit zwei Kindern unterwegs und findet Aufnahme beim sogenannten Eisvolk, einer von Mythen umwobenen kleinen Gemeinde in einem abgelegenen Bergtal. Auf dem Eisvolk lastet ein mächtiger Fluch, der sich von Generation zu Generation weitervererbt. Der Träger des Gens verschreibt sich entweder dem Bösen oder aber es passiert das direkte Gegenteil. Er stellt seine Gabe in den Dienst des Guten. Der charismatische Anführer der Sippe, Tengel, nimmt sich des Mädchens Silje an und mit dem Beginn ihrer Verbindung nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Jeder Band aus der Reihe erzählt seine eigene Geschichte
Jede Erzählung Sandemos hat ihre eigene Hauptfigur. Häufig ist es eine Frau, manchmal ein direkter Abkömmling der Eisvolk-Sippe oder ein Mann, der in die Familie einheiratet.
„Die Saga vom Eisvolk 9“ folgt dem Schicksal Michael Linds, eines seelisch zerissenen Soldaten, der den Krieg hasst. Er wurde in die Ehe mit der tugendhaften Anette gedrängt, die die katholische Kirche zum Mittelpunkt ihres Lebens gemacht hat. Die Ehe ist nicht glücklich, dennoch entspringt ihrer Verbindung der Sohn Dominic. Zu Michaels Kummer offenbart Dominic die Zeichen der Zugehörigkeit zu seinem Volk. Er hat die gelben Katzenaugen, die dem Eingeweihten seine Abstammung von Tengels Sippe offenbaren. Michael verfolgt die Entwicklung seines Sohnes voller Besorgnis, jedoch, es scheint nichts Böses in ihm zu schlummern. Dominic ist sehr empathisch und kann die Gedanken anderer Menschen lesen.

Ein Buch über Sehnsucht und Einsamkeit
Im Verlauf der Handlung offenbaren sich Zusammenhänge aus dem früheren Geschehen. Damit „Die Saga vom Eisvolk 9“ eine logische und spannende Fortsetzung der Geschichte bleibt, bezieht Sandemo Ereignisse aus Band 8 und 7 mit in Linds Lebensweg ein. Seine Trauer und der Wunsch nach Liebe werden durch die sinnliche Sprache nachvollziehbar. Die Stimmung kriecht unter die Haut und hinterlässt dort kleine Narben. Es bleibt abzuwarten, wie die kommenden Generationen nach Michael „Die Saga vom Eisvolk 9“ in das das 20. Jahrhundert weitertragen.