Eine Schmerzmittelsucht sollte man in keinem Fall auf die leichte Schulter nehmen. Manche Arzneimittel, vor allem Beruhigungs- oder auch Schlafmittel bergen die Gefahr, sie unkontrolliert einzunehmen. Besonders wenn sie nicht verschreibungspflichtig sind, so wie es bei manchen Schmerzmitteln ja der Fall ist, fällt der Gebrauch deutlich höher aus, als es der Beipackzettel eigentlich vorgibt. Dabei sollte man sich aber immer bewusst sein, dass so ziemlich jedes Medikament tatsächlich auch süchtig machen kann. Selbst scheinbar harmlose erkältungslindernde Mittel wie Hustensaft oder Nasenspray können zu einem Suchtverhalten führen.
Nebenwirkungen der Schmerzmittelsucht
Für den Körper hat eine Arzneimittelsucht schwerwiegende Folgen. Bei dauerhaftem Konsum können nämlich innere Organe, wie insbesondere Leber und Niere, aber auch der Magen, von starken Schäden betroffen sein. Die Stoffe, die eigentlich für den Heilungsprozess gedacht sind, aber nicht mehr nur zu diesem Zweck eingenommen werden, können zusätzlich auch die Psyche angreifen. So leiden viele der Schmerzmittelsüchtigen unter Angst- und Unruhezuständen, manchmal sogar unter Wahrnehmungsstörungen. Unter Umständen kann es bei diesen Nebenwirkungen auch nach dem Absetzen des Medikaments bleiben, es sind also dauerhafte Spätfolgen in vielen Fällen nicht auszuschließen.
Jugendliche sind besonders gefährdet
Eine Testreihe mit Mäusen hat Forschern gezeigt, dass das Alter bei der Einnahme von Schmerzmitteln eine große Rolle spielt. Befindet sich der Konsument noch im Alter eines Jugendlichen, so ist dieser deutlich anfälliger für ein möglicherweise auftretendes Suchtverhalten. In diesem jungen Alter zeigt sich nämlich, dass sich das Gehirn wesentlich schneller an die von dem Medikament ausgeschütteten Reize gewöhnt und somit schneller nach neuen und vor allem immer mehr Reizen verlangt. Folglich reagiert das Belohnungszentrum nicht mehr so, wie es eigentlich sollte. Aufgrund des zu frühen Gebrauchs von Schmerzmitteln wird im jungen Gehirn die Botschaft hinterlassen, dass es sich dabei um einen notwendigen Stoff handelt – die Schmerzmittelsucht ist vorprogrammiert.