Die Therapiekosten

Die Therapiekosten können sich auf 75 bis 100 Euro pro Sitzung belaufen. Die Krankenkasse finanziert die Sitzungen nicht in jedem Fall.


Wenn Sie sich für eine Therapie entschieden haben, stellt sich oft die Kostenfrage. In der Regel stehen Ihnen sowohl gesetzliche als auch private Krankenkassen hilfreich zur Seite. Welche Therapieform aber im Einzelfall und in welchem Umfang übernommen wird, ist dabei von den Kassen sehr unterschiedlich. Auch die Therapiekosten können stark variieren.

Kostenlose Erstgespräche
Um sich für den richtigen Psychotherapeuten zu entscheiden, stehen Ihnen generell ein von der Krankenkasse finanziertes Erstgespräch sowie vier weitere Gesprächstermine bei Ihren Psychotherapeuten zur kostenlosen Verfügung. Sollte sich bei diesen Gesprächen zwischen Ihnen und dem Psychologen ein Vertrauensverhältnis aufgebaut haben und sie empfinden die Therapie als geeignet für sich, reichen Sie erst den vollständigen Antrag bei der Krankenkasse ein.

Finanzierung durch die gesetzliche Krankenkassen
Bei den gesetzlichen Krankenkassen werden die anfallenden Therapiekosten allerdings nur dann übernommen, wenn der von Ihnen ausgewählte Arzt oder Psychologe von der kassenärztlichen Vereinigung als Psychotherapeut anerkannt ist.
Des Weiteren beschränkt sich die Finanzierung der gesetzlichen Krankenkasse auf auserwählte Therapieverfahren. Dazu gehören zum einem die psychoanalytischen und tiefenpsychologischen Therapien, die mittels Gesprächen eine Lösung für unsere Probleme suchen. Zum anderen werden auch Verhaltenstherapie, also Therapien, die eine Veränderung in unserem Verhalten herbeiführen wollen, von der Krankenkasse übernommen. Andere Therapieformen wie eine Gestalttherapie oder auch Ehetherapien, die zwar wissenschaftlich anerkannt sind und für uns durchaus nützlich sein können, werden demnach nicht finanziert.

Die Möglichkeit der Kostenerstattung
Falls Sie keinen zugelassenen Psychotherapeuten in Ihrer Umgebung finden oder der Beginn der Therapie mit unnötigen Wartezeiten verbunden, aber medizinisch notwendig ist, besteht zudem die Möglichkeit, eine Finanzierung durch die Krankenkasse über die Kostenerstattung zu bekommen (Kostenerstattungsverfahren). Das bedeutet, dass Sie zwar eine Rechnung von ihrem Psychotherapeuten erhalten, aber dennoch die vollständigen Kosten von ihrer Krankenkasse getragen werden.

Ambulante versus stationäre Versorgung
Des Weiteren bestehen solche Ausnahmefälle bei einem stationären Aufenthalt des Patienten, das heißt, die Betreuung durch ihren Arzt oder Psychologen ist mit einem Aufenthalt im Krankenhaus oder sonstigen medizinischen Einrichtungen verbunden. In der Regel werden dabei alle wissenschaftlichen therapeutischen Verfahren von der gesetzlichen Krankenkassen finanziert.

Finanzierung bei Privatversicherung
Ebenso wie gesetzlich Versicherte haben auch Privatversicherte einen Anspruch auf fünf kostenlose Probesitzungen. Dazu ist es bei den meisten Krankenkassen nicht erforderlich, einen Antrag zu stellen. Welche Therapien und in welchem Umfang die Kosten von einer Privatkrankenkasse übernommen werden, ist hier leider nicht wie bei den gesetzlichen Krankenkassen einheitlich geregelt. Auch unterscheiden sich die einzelnen Verfahren von Kasse zu Kasse. Es empfiehlt sich daher, sich direkt vor Ort genau beraten zu lassen.