Das Trennkost-Prinzip ist weniger eine Diätart, als eine Ernährungsform. Sie wurde in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts in den USA von Dr. Howard Hay entwickelt. Der wichtigste Grundsatz der Trennkost-Methode besagt, dass man Eiweiße und Kohlenhydrate nie kombiniert essen darf. Hay unterteilt alle Lebensmittel in drei Kategorien – in einweißhaltige, kohlenhydrathaltige und neutrale Nahrungsmittel.
Die Kategorien
Zu der Eiweißgruppe gehören unter anderem Fisch, Fleisch und alle Milchprodukte, die unter 50 Prozent Fett enthalten. Die Kohlenhydratgruppe setzt sich aus allen Weizenmehlprodukten, Kartoffeln, Reis und allen Süßungsmitteln zusammen. Gemüse, Obst, Milchprodukte mit mindestens 60 Prozent Fettanteil und diverse Öle zählte Hay zu den neutralen Lebensmitteln.
So funktioniert die Trenndiät
Der Schwerpunkt den Hayschen Trennkost liegt auf pflanzlicher Nahrung. Diese sollte möglichst roh verzehrt werden. Das bedeutet, dass seine Ernährungsform energie- und fettarm ist. Hay ging davon aus, dass alle Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck oder Herzkreislaufleiden eine Folge der Übersäuerung des Körpers seien. Aus diesem Grund propagierte er die basenreiche vegetarische Kost. Laut seiner Ernährungsrichtlinien sollen die Speisen aus 80 Prozent Basenbildnern (Gemüse, Obst) und zu Prozent aus Säurebildnern (Fleisch, Fisch, Kartoffeln) bestehen. Die moderne Forschung weiß aber, dass es zu keinem Zeitpunkt zu einer Übersäuerung des Körpers kommen kann, weil dieser seinen Säuregrad konstant hält. Sogar die Magensäure wird neutralisiert, wenn sie mitsamt der Nahrung in den Darm gelangt.
Trenndiät nicht mehr aktuell
Die Hayschen Verdauungsgesetze besagen, dass Eiweiße und Kohlenhydrate durch unterschiedliche Verdauungssäfte verdaut werden und dass es eine Unvereinbarkeit von Kohlenhydrat- und Eiweißverdauung gibt. Hay bezeichnete Mischkost als unnatürlich und dem Menschen durch die Gesellschaft anerzogen. Auch hier wiederspricht die heutige Forschung. Die Muttermilch ist das einzige natürliche Nahrungsmittel, von dem man mit Sicherheit sagen kann, dass es für die menschliche Ernähung vorgesehen ist. Und Muttermilch enthält sowohl Eiweiße als auch Kohlenhydrate. Neben der geringen Alltagstauglichkeit, darf man nicht vergessen, dass sehr viele Lebensmittel sowohl Eiweiße als auch Kohlenhydrate enthalten, sichert diese Ernährungsform auch keine ausreichende Nährstoffversorgung mit B-Vitaminen, Folsäuren, Eisen und Magnesium.