Die Vormilch (Kolostrum)

Die Vormilch wird bereits schon vor der Geburt produziert und macht sich durch einen Milcheinschuss bemerkbar


Der erste Milcheinschuss erfolgt nicht erst nach der Geburt, wie viele Frauen glauben. Bereits während der Schwangerschaft wird die sogenannte Vormilch gebildet, die in kleinen Tropfen aus der Brust tritt. Die Vormilch hat eine gelbliche Farbe – durch den hohen Anteil an Karotinoiden – und eine dickliche, cremige Konsistenz. Das Kolostrum ist für den Säugling besonders wichtig, da es eine hohe Menge an Immunstoffen enthält und so das Abwehrsystem des Neugeborenen kräftigt. Indem sich diese Antikörper in der Darmschleimhaut des Babys ausbreiten und dort vermehren, bilden sie eine natürliche Barriere gegen Krankheitserreger. Aus diesem Grund wird die Vormilch auch oft als „erste Schutzimpfung für Neugeborene“ bezeichnet. Zudem enthält die Vormilch viele Wachstumsfaktoren. Da sich der Verdauungstrakt des Säuglings erst langsam auf die Nahrungsaufnahme einstellen muss, weist die Vormilch einen niedrigen Fett- und Milchzuckergehalt auf. Außerdem wirkt das Kolostrum abführend, so kann das Baby seinen ersten Stuhlgang (Mekonium) leichter ausscheiden. Auch der Neugeborenengelbsucht wird vorgebeugt, da der Gallenfarbstoff (Bilirubin) aus dem Darm ausgeschieden wird. 

Für die ersten Lebenstage
In den ersten Lebenstagen genügt dem Säugling die Vormilch. Durch das Saugen des Kindes und durch die Hormonumstellung wird bei der Mutter der Milcheinschuss angeregt. Er ist in den ersten Tagen für die Mutter recht schmerzhaft. Versuchen Sie, die Brust mit kühlenden Tüchern zu entspannen. Auch häufiges Anlegen kann Ihnen Erleichterung verschaffen.

Übergangsmilch
Etwa drei bis 14 Tage nach der Geburt ändert sich die Zusammensetzung der Milch, sie wird nun als Übergangsmilch oder transitorische Milch bezeichnet. Im Vergleich zum Kolostrum ist sie flüssiger und weißer. Zudem sind die Anteile an Fett und Zucker erhöht, hingegen nimmt der Gehalt an Immunstoffen und Eiweiß ab.