Die Wahrheit über Fruchtzucker

Obst enthält Fruchtzucker. Obst ist gesund. Also sind auch andere Lebensmittel, die Fruchtzucker enthalten gesund. Oder?


Ernährungswissenschaftler haben jede Menge Regeln für uns aufgestellt, eine davon lautet, fünf Mal am Tag Obst und Gemüse zu essen. In süßen Erdbeeren, Kirschen und Melonen ist der natürliche Fruchtzucker enthalten, auch in Honig findet man ihn. Hält man nun im Supermarkt die Augen offen, trifft man immer öfter auf Produkte, die ebenjenen Fruchtzucker enthalten. Sind diese deshalb genauso gesund wie Datteln, Birne und Co.?

Was ist Fruchtzucker?
Fruchtzucker, fachsprachlich Fruktose, gehört zu den Einfachzuckern (Monosaccharide), der in besagten Lebensmitteln von Natur aus enthalten ist. Er ist ein essentieller Bestandteil unserer Ernährung, dient als wichtiger Energieträger und Zellbaustein und spielt auch eine große Rolle im menschlichen Stoffwechsel.
Industriell kann er auch hergestellt werden, und zwar aus Maisstärke. Während die Mengen an Fruchtzucker in Obst jedoch relativ klein sind, verwenden die Hersteller neuartiger High-Tech-Getränke, Marmelade oder Ketchup riesige Konzentrationen davon. Verwunderlich ist das nicht, da Fruchtzucker die Assoziation an Obst und somit „gesund“ hervorrufen soll. Gesund sind solche verarbeiteten Produkte deswegen aber noch lange nicht.

Vorteile für Diabetiker
Besonders Diabetikerprodukte bedienen sich des industriell hergestellten Fruchtzuckers. Denn der Blutzuckerspiegel steigt beim Konsum solcher Lebensmittel langsamer an als beim Essen von Kuchen und Co., die mit klassischem Haushaltszucker hergestellt worden sind. Oft Fruchtzucker-Cookies zu essen, ist aber nicht zu empfehlen, denn häufiger Konsum treibt nicht nur den Harnsäurespiegel nach oben und begünstigt somit eine Gicht sondern fördert auch eine Insulinresistenz. Hierbei können Zucker und andere Nährstoffe aus den Lebensmitteln nur noch ungenügend verwertet werden.

Fruchtzucker: Der schnelle Dickmacher
Zudem hat sich Fruchtzucker als Dickmacher erwiesen. Die Insulinausschüttung hat durchaus seinen Zweck, sie signalisiert dem Gehirn „Ich bin satt“. Isst man aber nur Fruchtzucker-gesüßte Produkte wird kaum Insulin ausgeschüttet, das Sättigungsgefühl bleibt aus und es wird mehr gegessen und getrunken als zur Energieversorgung eigentlich nötig wäre. Die Folge: Übergewicht. Eine Studie mit Mäusen beweist dies. Die Testnager bekamen entweder Getränkelösungen, die mit Fruchtzucker oder mit normalem Haushaltszucker gesüßt waren. Die Mäuse, die mit Fruktose gesüsste Getränke erhalten hatten, legten schnell an Gewicht zu. Weitaus schlimmer noch als die Extra Kilos ist, dass bei Genuss von Fruchtzucker die Blutfettwerte (Cholesterinspiegel) ansteigen.
Besonders bei Männern scheint das der Fall zu sein, wie eine amerikanische Studie bewies. Erhöhte Bluttfettwerte wiederum begünstigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, da sich die Arterien verengen.

Fruchtzucker-Unverträglichkeit
Ein kaum bekanntes Problem ist die Unverträglichkeit gegenüber Fruchtzucker. Im Gegensatz zur Laktose-Intoleranz ist sie in den Medien kaum vertreten und bleibt daher oft unentdeckt. Etwa 20 bis 30 Prozent aller Europäer leiden daran und müssen den Genuss des gesunden Obstes mit Magenbeschwerden, Müdigkeit, Schlafstörungen, Schwindel und Konzentrationsschwierigkeiten bezahlen.